Verrückt sein – und andere schöne Zustände

Friedrich Nietzsche soll ja gesagt haben: „Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht.“ Ist jedenfalls auf einer Karte zu lesen, auf der zwei punkig schrille Typen Hand in Hand durchs Leben zappeln.

Früher dachte der Volksmund: „Auf jedes Töpfchen passt ein Deckelchen.“ – Was damit gemeint war? Unter dem Strich geht es immer um die Liebe.

Wer kann das ehrlicher, unbeschwerter und unverfälschter beschreiben als Kinder und junge Menschen verschiedener Nationen? Auf die einfache Frage: „Was ist Liebe?“ antworteten sie: 

Diese Weisheit aus Kindermund berührt mich immer ganz tief. Kein Wunder. Wir Menschen sind „Säugetiere“, und brauchen deshalb die Nähe und Wärme einer Beziehung und sozialen Gruppe. Wir sind nicht für ein Einsiedlerleben gemacht. 

Gehen wir also in Beziehung. Den Wert der Bezogenheit aufeinander hat Virginia Satir, die Begründerin der Systemischen Familientherapie, so beschrieben: „Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. – Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn das geschieht, entsteht Beziehung.“

Treffender lässt sich das wohl nicht ausdrücken.

„Verrückt“ sein, also die Maßstäbe zu verrücken, und bedingungslos zu lieben – gibt es etwas Schöneres hier auf diesem Lernplaneten? 

Eines Tages fragte der Stoffhase das Holzpferd: „Was ist wirklich?“ 

Das Holzpferd antwortete: „Wirklich ist nicht, woraus man gemacht ist, sondern was an einem geschieht. Die Liebe macht wirklich.“ 

In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp

Verfasst am 15.02.2019 | Quelle dr-rupp.com