Wie ich die Glöckchen wieder hörte... Eine berührende autobiografische Erfahrung

Im Jahre 2004 schrieb ich mein Lebenswerk „Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben“. Den Übungsteil veröffentlichte ich als Doppel-CD mit eigens dafür geschriebenen Kompositionen von Mark Fox. Dazu trafen wir uns im September 2004 für zwei Wochen in einem Tonstudio in Mönchengladbach. Es war eine intensive, durchaus anstrengende, aber auch eine herzerfüllende gemeinsame Arbeit. Viele Menschen, die seither mit diesen Texten und der Musik arbeiten, äußern sich sehr begeistert und dankbar.

2007 war ich eingeladen, um auf einem Kongress in Berlin die Sternum-Meditation „Liebe“ live vorzutragen. Dazu hatte mir der Tontechniker des Musikstudios leise „Glöckchen-Töne“ eingebaut, damit ich die richtigen Stellen innerhalb der Musik finden konnte, um den Text – passend zur Musik – sprechen zu können.

Im Jahre 2013 fand in Kirchzarten bei Freiburg ein „Herz-Symposium“ statt, auf dem ich die gleiche Sternum-Meditation angeboten hatte.

Was mich dabei so berührt hat, schrieb ich im November 2013 wie folgt an den Leiter des Tonstudios: 

 Lieber ..., 

jetzt gibt es doch etwas zu berichten, was mich sehr erstaunt und tief berührt hat. 

Wie ich Dir geschrieben habe, hattest Du die Glöckchen-Töne vor einigen Jahren recht behutsam in die Halbplayback-Version eingebaut. Auf dem Bleep-Kongress 2007 in Berlin, auf dem ich die Sternum-Meditation „Liebe“ live vorgetragen habe, konnte ich die Glöckchen so gerade eben noch hören. Das war ja im Vorfeld des jetzigen Herz-Kongresses, wie Du weißt, nicht mehr möglich. Daraus habe ich dann wohl richtigerweise geschlossen, dass mein Hörsinn altersentsprechend nachgelassen hat.

Nun passierte am vergangenen Sonntag in Kirchzarten während meines Vortrags etwas sehr Merkwürdiges: Bevor ich die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer gebeten habe, sich aufrecht hinzusetzen, um den Atem frei fließen lassen zu können, kündigte ich sinngemäß an: „Es ist nicht einfach, in dieser Meditation die richtigen Stellen für den Einsatz des Textes zu finden, denn es handelt sich um keine Hintergrundmusik. Der Text ist eingebettet in eine eigens komponierte Musik. Das hat mich gestern etwas nervös gemacht, denn ich habe nochmals geübt – und es hat nicht so richtig klappen wollen. Es sind an bestimmten wichtigen Stellen kleine Glöckchen eingebaut, die mir den Beginn der neuen Textsequenz signalisieren sollen. Die habe ich aber nicht mehr gehört. Es ist also jetzt ein Experiment, und ich muss schauen, ob ich die passende musikalische Stelle für meine Worte finde.“

Ich war mir ziemlich sicher, in der ersten Hälfte der 18 Minuten keine Probleme zu haben, da die Musik von Mark Fox hier den Zugang erleichtert. 

Was geschah? Ich hörte keine Glöckchen in den ersten Minuten, fand aber den passenden Einsatz durch die unterschiedlichen Musikstile. Vor dem zweiten Teil hatte ich aber regelrecht Schiss. 

Dann geschah das, was ich Dir hier recht ausführlich schildere, was ich aber auch mache, um es festzuhalten, weil es mich sehr berührt und mein Leben auch wieder stärker in Richtung des Sternums bewegt hat. 

Ich kam also in der Mitte des Halbplaybacks „2. Schlüssel: Die Liebe“ an. Es war eine sehr achtsame und liebevolle Energie im Kongresssaal. Das erleichterte mir das innere Loslassen. Ab der Mitte der Meditation war ich dann wirklich in meinem Herzen angekommen. Was dann geschah, hat mich – ja, wie könnte ich es ausdrücken – fast „umgehauen“. Besser: Staunen lassen und sehr demütig gemacht. Als ich ganz im eigenen Herzen angekommen war, konnte ich die Glöckchen wieder hören – und zwar in einer Intensität, dass mein Verstand kurz eingriff, um mir zu sagen: Menschenskind, das ist ja laut... nicht, dass die Menschen im Saal das als aufdringlich bewerten.

Wenn ich jetzt sage, ich habe die Glöckchen zu dem Zeitpunkt, nachdem ich selber in der Meditation im Herzen angekommen war, wieder hören können, stimmt das ja nicht wirklich. Meine Ohren haben sie nicht gehört, aber mein Herz. 

Ich war einfach glücklich, weil ich in diesem Moment erfahren habe: Man sieht nicht nur mit dem Herzen gut, man hört auch mit dem Herzen gut.

Später, im Podiumsgespräch auf der Bühne, habe ich diese Erfahrung noch mit den Kongressteilnehmern geteilt. Es war überwältigend. 

Viele dieser herzoffenen Menschen kauften hinterher Buch und CDs (was mir aber nicht aus kommerziellen Gründen wichtig war), zeigten sich sehr berührt, einige weinten sogar vor Rührung. Es war ein wundervolles Geschenk, dies erleben zu dürfen.

Jetzt, mit dem Impuls, Dir das zu schreiben, spüre ich immer noch die Herzenswärme im Sternum und bin ganz dankbar, dieses Projekt, was mir eingegeben wurde, mit auf den Weg gebracht zu haben. Gleichzeitig möchte ich Dir – und natürlich auch Mark – neun Jahre nach der Aufnahme in Deinem Tonstudio dafür danken, dass wir den göttlichen Plan gemeinsam umgesetzt haben. 

Ich lasse es nun erst einmal auf mich wirken, ob ich die Glöckchen verändern, also lauter machen möchte. Ich glaube, zunächst einmal möchte ich den neuen (alten) Zugang zur Sternum-CD auf Herz und Seele einwirken lassen. Vielleicht gibt das Schicksal mir die Aufgabe auf, endlich mehr und intensiver mit dem Herzen zu hören. Dafür war das Herz-Symposium in Kirchzarten eine wundervolle Übung.

Dir und Deiner Familie ganz herzliche Grüße. Gott schütze Euch.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, dieses fünf Jahre alte Schreiben fiel mir vor kurzem wieder in die Hände. Es gibt ja keine Zufälle. Was gibt es Wichtigeres in diesem Leben, als unserem Herzen zu vertrauen, und sich selbst und anderen Liebe zu senden?! Ist es nicht so, dass wir am Ende unseres Lebens nicht gefragt werden: Wieviel materiellen Reichtum hast Du Dir erworben? Sondern eher: Wieviel Liebe hast Du verschenkt? 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

Verfasst am 01.10.2018 | Quelle dr-rupp.com