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Verrückt sein – und andere schöne Zustände

Drucken Verfasst am 15.02.2019

Friedrich Nietzsche soll ja gesagt haben: „Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht.“ Ist jedenfalls auf einer Karte zu lesen, auf der zwei punkig schrille Typen Hand in Hand durchs Leben zappeln.

Früher dachte der Volksmund: „Auf jedes Töpfchen passt ein Deckelchen.“ – Was damit gemeint war? Unter dem Strich geht es immer um die Liebe.

Wer kann das ehrlicher, unbeschwerter und unverfälschter beschreiben als Kinder und junge Menschen verschiedener Nationen? Auf die einfache Frage: „Was ist Liebe?“ antworteten sie: 

  •  „Liebe bringt Dich zum Lächeln, wenn Du müde bist.“
  • „Liebe ist das, was mit Dir im Raum ist, wenn Du an Weihnachten aufhörst, Geschenke aufzumachen und lauschst.“
  • „Wenn Du jemanden liebst, gehen Deine Augen auf und lauter kleine Sterne fliegen aus Dir heraus.“
  • „Liebe ist wie eine kleine alte Frau und ein kleiner alter Mann, die immer noch Freunde sind, obwohl sie sich so gut kennen.“
  • „Als meine Oma Arthritis bekam, konnte sie sich nicht mehr nach vorne beugen und ihre Zehennägel lackieren. Ab da tat es mein Opa für sie, auch dann, als seine Hände ebenfalls Arthritis bekamen. Das ist Liebe…“ 
  • „Es gibt zwei Arten von Liebe. Unsere Liebe. Und Gottes Liebe. Aber Gott macht sie alle beide.“
  • „Liebe ist, wenn Mami Papi das bessere Stück Hühnchen gibt.“ 

Diese Weisheit aus Kindermund berührt mich immer ganz tief. Kein Wunder. Wir Menschen sind „Säugetiere“, und brauchen deshalb die Nähe und Wärme einer Beziehung und sozialen Gruppe. Wir sind nicht für ein Einsiedlerleben gemacht. 

Gehen wir also in Beziehung. Den Wert der Bezogenheit aufeinander hat Virginia Satir, die Begründerin der Systemischen Familientherapie, so beschrieben: „Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. – Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn das geschieht, entsteht Beziehung.“

Treffender lässt sich das wohl nicht ausdrücken.

„Verrückt“ sein, also die Maßstäbe zu verrücken, und bedingungslos zu lieben – gibt es etwas Schöneres hier auf diesem Lernplaneten? 

Eines Tages fragte der Stoffhase das Holzpferd: „Was ist wirklich?“ 

Das Holzpferd antwortete: „Wirklich ist nicht, woraus man gemacht ist, sondern was an einem geschieht. Die Liebe macht wirklich.“ 

In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp

Heute nur leben…

Drucken Verfasst am 30.01.2019

Heute will ich nur leben. 
Heute werde ich Sonne tanken oder mich über den Regen freuen.
Heute nehme ich mir frei und lass es mir gut gehen.
Heute kann die Welt nicht an mir rütteln.
Heute ist mein Tag.
Heute schwebe ich sanft über meinen Gewohnheiten.
Heute schaue ich über die Welt.
Heute umkreise ich die Erde.
Heute erfreue ich mich am blauen Planeten.
Heute dehne ich mich aus und weite mein Herz.
Heute lache ich über mich hinaus.
Heute spüre ich alle Sterne in mir.
Heute bin ich in mir zu Hause und habe das Universum zu Gast.
Heute lebe ich unbegrenzt.
Heute liebe ich mich und das Leben bedingungslos.
Heute spüre ich Dankbarkeit.
Heute bin ich angekommen in mir selbst, für jetzt und diesen Moment.
Heute bin ich vertraut mit mir. 
Heute nur leben.

 

Morgen mache ich weiter…

In herzlicher Verbundenheit
Georg Rupp

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Gute Vorsätze

Drucken Verfasst am 15.01.2019

Kaum zu glauben. Es ist heller geworden. Die Sonne hat es doch tatsächlich durch die Wolken geschafft. Der ganze Nieselregen in der vergangenen Woche war ja keine Offenbarung. Jetzt, nach Sylvester, startet das neue Jahr mit Sonne. Da hat sich Petrus was einfallen lassen und die Wolken weggeblasen. War ein guter Vorsatz, dem die Handlung auf dem Fuße folgte.

Hast Du Dir auch was vorgenommen für dieses Jahr? Zum Beispiel: Mehr zu lächeln? 

Von Vicco von Bülow alias Loriot stammt der Satz: „Man hat nur Spaß im Leben, wenn man das Kindliche in sich trägt.“ Da kann doch ein schöner Vorsatz sein, mit 50 oder 70 wieder einen Drachen steigen zu lassen. Oder in der Fußgängerzone schillernde Seifenblasen zu pusten. Malen mit Seifenblasen geht auch. Also Blubberblasen auf Papier zerplatzen lassen. 

Es gibt so viel Schönes. Unsinniges wie Vergängliches, Fantastisches wie Berührendes.

Jetzt stell Dir doch nur mal vor, es stimmt, was Menschen mit Nahtoderfahrung berichten. Dass am Ende Dein ganzes Leben im Zeitraffer nochmals an Dir vorbei läuft. – Gut, jetzt sollst Du auch Erklärungen geliefert bekommen, warum Dein Leben so gelaufen ist. Also, warum Du so und nicht anders abgebogen bist. Diese und nicht jene Entscheidung getroffen hast. Geld versenkt oder beim falschen Partner geblieben bist. Warum Du so verletzlich warst. Wahrscheinlich auch, warum Du die Menschen so liebtest und eine „Mutter Teresa“ geworden bist.

Kannst Du die Wiederholung Deines Lebens dann genießen? Schaust Du gerne Deinen Lebensfilm ein zweites Mal? Oder denkst Du jetzt: „Du lieber Himmel! Auf diesen Katastrophenfilm habe ich keine Lust!?“ 

Ja, dann ändere doch ab heute Dein Drehbuch! Und gestalte jeden Tag so, dass es der Film Deines Lebens wert ist, ein zweites Mal angeschaut zu werden. 

Das Steigen und Fliegen der Drachen und das Pusten der großen, schillernden Seifenblasen wirst Du dann in wunderschön bunten Farben sehen.

Klar, hat noch Zeit. Aber fang an, Deinem Leben eine Liebeserklärung zu machen. Für gute Vorsätze, die das Leben bereichern, ist es nie zu spät.

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Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht Das schwierige Thema der Geduld

Drucken Verfasst am 01.01.2019

Ja, ich gebe es zu: Ich bin immer noch recht ungeduldig. Wenn das Eine oder Andere nicht in Richtung meiner eigenen Erwartungshaltung verläuft, kann ich ungeduldig werden. Wenn zu viel Stau auf der Autobahn ist, wenn 60 Emails pro Tag mich an meine Grenzen bringen, kann mir auch schon mal der sprichwörtliche „Geduldsfaden“ reißen. 

Geduld stellt uns oftmals auf eine harte Probe. Aber auch hier kann uns ein großer Lehrmeister helfen: Die Natur. Oder – mit anderen Worten – der etwas hausbacken klingende Sinnspruch: „Gut Ding braucht Weil“

Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Alles entwickelt sich so, wie es sich entwickelt. Nicht langsamer, nicht schneller...

Aber wir glauben oft, dass unser Leben so begrenzt ist, und wir immer mit 230 auf der Überholspur fahren müssten, um unser Pensum zu schaffen.

Dahinter steckt die tief sitzende Angst, am Ende unseres Leben eingestehen zu müssen: Ich habe dies und das nicht erreicht, nicht erledigt. Oder: Das Leben (Gott) hat mir zu wenig geboten. Ich bin nicht gesättigt. Ich habe versäumt, meine Träume zu leben. Und – mir wurden zu viele Hindernisse in den Weg gelegt. Das Leben (Gott) hat mich ständig blockiert. Jetzt will ich endlich was vom Leben haben. Das steht mir zu. Jetzt will ich alles – und zwar sofort!

Das ist nichts Neues. Das besang schon die Rockgruppe Queen: „I want it all, and I want it now.“ 

Schwierig in einer Gesellschaft, die alles für möglich und machbar hält. Komm, Beeilung, das Warten muss ein Ende haben! Gras, wachs schneller, ich will es jetzt so!

Es ist schon ein Kreuz mit unserer Unfähigkeit, warten zu können. Vielleicht können wir sogar sagen: Wir nageln uns ans Kreuz unserer Ungeduld. Und das heißt: Mit Ungeduld erreichen wir gar nichts. Wir können weder die Welt retten noch den Mond beeinflussen. „Wenn Du es eilig hast, geh langsamer“ heißt es in einem Erfolgsbuch.

Vielleicht hilft Dir auch die Erkenntnis, die die damals noch jungen Rolling Stones auf Langspielplatte pressten: „You can’t always get, what you want.“ Du kannst nicht immer haben, was Du Dir wünschst. 

Das ist zwar ärgerlich für unseren alltäglichen Narzissmus, aber gut für unsere Dankbarkeit und Demut. Dankbarkeit und Demut sind aber die erforderlichen Voraussetzungen für Weisheit. Und das wäre doch allemal ein erfüllendes Lebensziel!

Wenn wir akzeptieren, dass uns hier auf Erden nur ein begrenztes Leben zur Verfügung steht, in dem wir nicht alles haben und erreichen können, und dass das Gras Zeit braucht, um zu wachsen, können wir unsere Ungeduld davonziehen lassen. Sie hat uns dann nicht länger im Griff. Welche Freiheit!

Arbeiten wir daran!

Alles Gute zum neuen Jahr 2019!

In herzlicher Verbundenheit 

Ihr Georg Rupp

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