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Suche die Stille (Teil 3) Im Sommer 2018

Drucken Verfasst am 01.11.2018

Dieser Augenblick schenkt mir die Freiheit, meine Sinne wahrzunehmen. Riechen kann ich leider nichts, dazu bin ich noch zu sehr verschnupft. Hatte die Nase – im Vorfeld meines Urlaubs – wohl gestrichen voll. Aber der Augenblick schenkt mir andere Freiheiten. Die Freiheit zu sehen, soweit mein Auge reicht. Zu hören, wie der spärliche Wind die Blätter sanft bewegt. Zu fühlen, wie ich mich langsam in der Ruhe des Augenblicks einrichten kann. Für diesen Moment angekommen bin. Zumindest bis der nächste Griff zum Taschentuch, oder der nächste Hustenreiz, meine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Aber bis dahin, für diesen einen Augenblick, fühle ich mich frei.

Es geht immer nur um diesen einen Augenblick. Es geht nie um mehr. Es geht nie um gestern oder morgen. Gestern ist vorbei. Ja, selbst die letzte Sekunde ist vorbei. Morgen ist nur ein Versprechen. Ja, selbst die nächste Sekunde ist nur ein Versprechen. Oder die Absicht des Universums, ein paar Sekunden an die Milliarden Jahre dranzuhängen. Beides kann ich nicht (Zukunft) oder nicht mehr (Vergangenheit) beeinflussen.

Wir haben keine Wahl und keine Kontrolle. Es gibt nur das „Jetzt und Hier“, diesen einen Augenblick. Immer. Und überall. Diese eine Sekunde Stille. 

Wir können uns diesen Augenblick kaputt denken, kaputt reden, kaputt wünschen. Aber wir können ihm nicht entkommen. Nie und nimmer. Dieser eine kleine Augenblick ist alles. Ist unser Leben. Unser Lieben. Unser Fluchen. Unser Verdammen. Unser Hassen. Unser Hoffen. Unser Zweifeln. Unsere Verzagtheit. Unser Mut. Unsere Verbitterung. Unsere Dankbarkeit. Unsere Freude. Unser Lachen. Unser Unglück. Unser Glück.

Wir alle entscheiden darüber, was dieser eine Moment, diese eine Sekunde, für uns bedeutet. Und – insofern – haben wir doch einen Hebel für diesen Moment der Stille in unserer Hand.

Wenn wir bereit sind, uns der Stille, dem inneren Frieden, für diesen einen Moment zu öffnen, öffnen wir für diesen einen Augenblick die Pforten zum inneren Paradies. Zum Raum unserer Seele. Zum Raum unseres Herzens. 

In dieser einen Sekunde kann mich selbst mein Husten nicht mehr irritieren.

Den Ort der inneren und äußeren Ruhe, das „Kloster ohne Mauern“ findest Du unter www.silentstay.com (Bruce und Ruth Davis). 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

Suche die Stille (Teil 2) Im Sommer 2018

Drucken Verfasst am 21.10.2018

Als ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Schatten einer ganz friedlichen, leicht hügeligen Landschaft eines „Silent Stay Retreat Center“, eines Klosters ohne Mauern. Bunte Schmetterlinge suchen ihren Blüten-Landeplatz, viele kleine Vögel zwitschern unterhaltsam miteinander, ein Nachwuchs-Tausendfüßler kurz vor meinem Fuß versucht, seine Gang-Koordinaten einzuhalten. Eine wunderbare Stille um mich herum... 

Und ich schniefe und huste, was das Zeug hält. Ich habe mittlerweile schon so viele Taschentücher verbraucht, dass ich dazu übergegangen bin, eine Toilettenrolle zu benutzen. Die ist leichter zu handhaben, und kommt bedeutend billiger. 

Keine Frage, ich hatte mich im Vorfeld meines Urlaubs grenzenlos überfordert. Monatelang 60 bis 80 Wochenstunden gearbeitet. Meinen Patienten zuliebe, meinen Ehrenämtern zuliebe, der Selbstbestätigung zuliebe. Aber ich sollte nun anerkennen, dass es mit meinen 70 Jahren nicht mehr so reibungslos funktioniert. Warum glauben wir (mich eingeschlossen) immer noch, wir müssten uns beweisen? Vor wem? Und wozu? Wir müssen nichts (mehr) beweisen. Das ist unser Lernprozess. Wir dürfen sein. Wir dürfen einfach sein – so wie wir sind. Das ist unsere wahre Natur. Das gibt uns den inneren Raum, die innere Freiheit. Üben wir tagtäglich (mich eingeschlossen), einfach zu sein, einfach zu leben. Unser kleines, bescheidenes Leben zu führen. Jetzt, in diesem Moment. 

Was mir dieser Augenblick abseits des Lärms der Großstadt schenkt? 

Freiheit vom auffordernden „Heb ab! – Klingelton“ des Telefons, Freiheit vom PC, vom Internet, von Nachrichten oder den neuesten Musik-Trends. Mir wird die Freiheit geschenkt, „offline“ sein zu dürfen. Freiheit von Verabredungen. Freiheit von „Einredungen“: Du musst, Du darfst nicht vergessen, Du bist in der Pflicht, man erwartet von Dir...

Freiheit zu atmen. Meinen Atem bewusst wahrzunehmen. Atem ist Hingabe. Einatmen – ausatmen. Den Atem wieder loslassen. Einatmen – und loslassen.

Was mir dieser Augenblick noch schenkt? 

Ich darf meine Gedanken ziehen lassen. Niemand interessiert sich hier für meine Gedanken. Also muss ich es auch nicht. Ich darf meine Gedanken auf Reisen schicken. Oder sie an die kleinen Schleierwölkchen hängen, die das Blau des Himmels illustrieren. 

Wird fortgesetzt...

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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Suche die Stille (Teil 1) Im Sommer 2018

Drucken Verfasst am 14.10.2018

Die Älteren von uns – oder sollte ich besser sagen, die Lebenserfahreneren? – erinnern sich wahrscheinlich noch an das Lied „The Sound of Silence“ (Der Klang der Stille) von Simon und Garfunkel. Es wurde im Jahre 1965 veröffentlicht. Beide Künstler stehen – auch Jahrzehnte nach ihren großen Erfolgen – immer noch auf den Bühnen dieser Welt, lange schon getrennt, und Simon ungleich erfolgreicher als Garfunkel. Aber der Klang der Stille hat beide im kollektiven Unbewussten aller Musikfreunde zusammen geschweißt.

Der Text beinhaltet auch die folgenden Zeilen: „Die Menschen beteten den Neon-Gott an, den sie selber erschaffen hatten.“

Um wieviel mehr Leuchtreklamen haben wir heute?

Um wieviel mehr Burn-out und Depressionen, weil wir an unseren eigenen viel zu großen Erwartungshaltungen gescheitert sind? 

Wie viele Kämpfe haben wir in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gekämpft, die nicht zu gewinnen waren?

Wie viele Niederlagen haben wir uns als eigenes Versagen angerechnet – und nicht als Erfahrungen, die uns weiter bringen und weiser werden lassen? 

Die Stille suchen... Ja, aber wie und wo? 

Du kannst Dir keine Stille verordnen, wenn Du aus belastenden, stressigen Wochen, Monaten und Jahren heraus ein Wochenende im Kloster verbringst. Es gibt den Hebel nicht, der einfach umzulegen wäre. 

Wird fortgesetzt...

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

 

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Wie ich die Glöckchen wieder hörte... Eine berührende autobiografische Erfahrung

Drucken Verfasst am 01.10.2018

Im Jahre 2004 schrieb ich mein Lebenswerk „Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben“. Den Übungsteil veröffentlichte ich als Doppel-CD mit eigens dafür geschriebenen Kompositionen von Mark Fox. Dazu trafen wir uns im September 2004 für zwei Wochen in einem Tonstudio in Mönchengladbach. Es war eine intensive, durchaus anstrengende, aber auch eine herzerfüllende gemeinsame Arbeit. Viele Menschen, die seither mit diesen Texten und der Musik arbeiten, äußern sich sehr begeistert und dankbar.

2007 war ich eingeladen, um auf einem Kongress in Berlin die Sternum-Meditation „Liebe“ live vorzutragen. Dazu hatte mir der Tontechniker des Musikstudios leise „Glöckchen-Töne“ eingebaut, damit ich die richtigen Stellen innerhalb der Musik finden konnte, um den Text – passend zur Musik – sprechen zu können.

Im Jahre 2013 fand in Kirchzarten bei Freiburg ein „Herz-Symposium“ statt, auf dem ich die gleiche Sternum-Meditation angeboten hatte.

Was mich dabei so berührt hat, schrieb ich im November 2013 wie folgt an den Leiter des Tonstudios: 

 Lieber ..., 

jetzt gibt es doch etwas zu berichten, was mich sehr erstaunt und tief berührt hat. 

Wie ich Dir geschrieben habe, hattest Du die Glöckchen-Töne vor einigen Jahren recht behutsam in die Halbplayback-Version eingebaut. Auf dem Bleep-Kongress 2007 in Berlin, auf dem ich die Sternum-Meditation „Liebe“ live vorgetragen habe, konnte ich die Glöckchen so gerade eben noch hören. Das war ja im Vorfeld des jetzigen Herz-Kongresses, wie Du weißt, nicht mehr möglich. Daraus habe ich dann wohl richtigerweise geschlossen, dass mein Hörsinn altersentsprechend nachgelassen hat.

Nun passierte am vergangenen Sonntag in Kirchzarten während meines Vortrags etwas sehr Merkwürdiges: Bevor ich die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer gebeten habe, sich aufrecht hinzusetzen, um den Atem frei fließen lassen zu können, kündigte ich sinngemäß an: „Es ist nicht einfach, in dieser Meditation die richtigen Stellen für den Einsatz des Textes zu finden, denn es handelt sich um keine Hintergrundmusik. Der Text ist eingebettet in eine eigens komponierte Musik. Das hat mich gestern etwas nervös gemacht, denn ich habe nochmals geübt – und es hat nicht so richtig klappen wollen. Es sind an bestimmten wichtigen Stellen kleine Glöckchen eingebaut, die mir den Beginn der neuen Textsequenz signalisieren sollen. Die habe ich aber nicht mehr gehört. Es ist also jetzt ein Experiment, und ich muss schauen, ob ich die passende musikalische Stelle für meine Worte finde.“

Ich war mir ziemlich sicher, in der ersten Hälfte der 18 Minuten keine Probleme zu haben, da die Musik von Mark Fox hier den Zugang erleichtert. 

Was geschah? Ich hörte keine Glöckchen in den ersten Minuten, fand aber den passenden Einsatz durch die unterschiedlichen Musikstile. Vor dem zweiten Teil hatte ich aber regelrecht Schiss. 

Dann geschah das, was ich Dir hier recht ausführlich schildere, was ich aber auch mache, um es festzuhalten, weil es mich sehr berührt und mein Leben auch wieder stärker in Richtung des Sternums bewegt hat. 

Ich kam also in der Mitte des Halbplaybacks „2. Schlüssel: Die Liebe“ an. Es war eine sehr achtsame und liebevolle Energie im Kongresssaal. Das erleichterte mir das innere Loslassen. Ab der Mitte der Meditation war ich dann wirklich in meinem Herzen angekommen. Was dann geschah, hat mich – ja, wie könnte ich es ausdrücken – fast „umgehauen“. Besser: Staunen lassen und sehr demütig gemacht. Als ich ganz im eigenen Herzen angekommen war, konnte ich die Glöckchen wieder hören – und zwar in einer Intensität, dass mein Verstand kurz eingriff, um mir zu sagen: Menschenskind, das ist ja laut... nicht, dass die Menschen im Saal das als aufdringlich bewerten.

Wenn ich jetzt sage, ich habe die Glöckchen zu dem Zeitpunkt, nachdem ich selber in der Meditation im Herzen angekommen war, wieder hören können, stimmt das ja nicht wirklich. Meine Ohren haben sie nicht gehört, aber mein Herz. 

Ich war einfach glücklich, weil ich in diesem Moment erfahren habe: Man sieht nicht nur mit dem Herzen gut, man hört auch mit dem Herzen gut.

Später, im Podiumsgespräch auf der Bühne, habe ich diese Erfahrung noch mit den Kongressteilnehmern geteilt. Es war überwältigend. 

Viele dieser herzoffenen Menschen kauften hinterher Buch und CDs (was mir aber nicht aus kommerziellen Gründen wichtig war), zeigten sich sehr berührt, einige weinten sogar vor Rührung. Es war ein wundervolles Geschenk, dies erleben zu dürfen.

Jetzt, mit dem Impuls, Dir das zu schreiben, spüre ich immer noch die Herzenswärme im Sternum und bin ganz dankbar, dieses Projekt, was mir eingegeben wurde, mit auf den Weg gebracht zu haben. Gleichzeitig möchte ich Dir – und natürlich auch Mark – neun Jahre nach der Aufnahme in Deinem Tonstudio dafür danken, dass wir den göttlichen Plan gemeinsam umgesetzt haben. 

Ich lasse es nun erst einmal auf mich wirken, ob ich die Glöckchen verändern, also lauter machen möchte. Ich glaube, zunächst einmal möchte ich den neuen (alten) Zugang zur Sternum-CD auf Herz und Seele einwirken lassen. Vielleicht gibt das Schicksal mir die Aufgabe auf, endlich mehr und intensiver mit dem Herzen zu hören. Dafür war das Herz-Symposium in Kirchzarten eine wundervolle Übung.

Dir und Deiner Familie ganz herzliche Grüße. Gott schütze Euch.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, dieses fünf Jahre alte Schreiben fiel mir vor kurzem wieder in die Hände. Es gibt ja keine Zufälle. Was gibt es Wichtigeres in diesem Leben, als unserem Herzen zu vertrauen, und sich selbst und anderen Liebe zu senden?! Ist es nicht so, dass wir am Ende unseres Lebens nicht gefragt werden: Wieviel materiellen Reichtum hast Du Dir erworben? Sondern eher: Wieviel Liebe hast Du verschenkt? 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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Ich möchte aus alten Mustern heraus – warum schaffe ich das nicht? Teil 2

Drucken Verfasst am 15.09.2018

Wenn Du aus alten Gewohnheiten ausbrechen möchtest, dann lebe im Hier und Jetzt. Versuche, mehr und mehr jeden Tag wie ein eigenständiges Leben zu sehen.

Alles, was war, ist genauso gewesen. Keine Sekunde der Vergangenheit kannst Du verändern. Und das Morgen ist nur ein Versprechen. Wenn Dir heute ein Dachziegel auf den Kopf fällt, hast Du Dir alle Sorgen um Deine Zukunft vergeblich gemacht.

Reduziere also Deine Schuldgefühle. Sie sind Teil Deiner Vergangenheit. Reduziere Deine Sorgen. Sie sind nur der Zukunft geschuldet. Erlaube Dir, Dich freizugeben. 

Du kannst diesen Augenblick, diese Sekunde dazu nutzen, Dich zu entscheiden, mit Deiner ganzen Seele und Deinem ganzen Herzen erwachsen zu sein. Wenn Du erwachsen bist, kannst Du loslassen: Verstrickungen in Familiensysteme, selbstsabotierende Grübeleien, Schuldgefühle, Hass auf das Leben oder Selbstzweifel und die Überzeugung, etwas nicht verdient zu haben.

Du bist erwachsen – jetzt!

Reduziere auch hier Deine Möglichkeiten. Reduziere Dich auf Deine innere Wahrheit. Du bist erwachsen und darfst Dich – auch als Skeptiker – der Führung Deines Herzens anvertrauen. 

Wenn es nicht sofort klappt, kann es auch sein, dass Du mehr Übung benötigst. Ein Meister fällt nicht vom Himmel. Schenke Dir die Zeit und den Freiraum, alle Erfahrungen dieser Welt machen zu dürfen. Vielleicht hilft Dir dabei die alte Weisheit aus dem Zen: „Der Weg entsteht beim Gehen.“

Manchmal klappt es auch nicht sofort, wenn ein Mensch sich nicht auf einen einzigen Weg konzentriert, sondern sich viele Hintertüren – sprich: alternative Methoden – offen lässt. Nach dem Motto: Wenn das eine nicht unmittelbar hilft, probiere ich halt Autogenes Training, Reiki und eine Rückführung aus. Oder mach mal eine Familienaufstellung. 

Ich nenne das „Guru-Hopping“. Auch hier gilt: 

Reduziere Deine Möglichkeiten – und Du gewinnst mehr Freiheit. 

Du kannst alles machen, aber ich empfehle Dir, Dich zunächst auf einen Weg zu konzentrieren. Auf welchen, bleibt Dir selbst überlassen. Aber verschieße Deine Energien nicht wie mit der Schrotflinte, sondern sammle sie in Deiner Mitte.

Dann geh den Weg Deines Herzens.

„Wir sind nicht menschliche Wesen, die spirituelle Erfahrungen machen,
sondern spirituelle Wesen, die menschliche Erfahrungen machen.“

Willigis Jäger

Aus meinem Buch: Dr. Georg Rupp „Befreiung aus dem Hin & Her des Lebens: Lass Dein Herz entscheiden“ (Verlag „Die Silberschnur“ GmbH, ISBN: 978-3-89845-355-4, 1. Aufl. 2012,  Preis 14,90 €)

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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Ich möchte aus alten Mustern heraus – warum schaffe ich das nicht? Teil 1

Drucken Verfasst am 01.09.2018

Wie gerne möchten wir uns verändern – und fallen doch immer wieder in die alten Gewohnheiten zurück. Gewohnheiten scheinen uns und unseren guten Willen zu beherrschen. Woran liegt das? 

Es gibt vielfältige Ursachen, aber ein ganz wichtiger Punkt sind innere Selbstsabotage-Programme, mit denen wir uns so wunderschön fertig machen können.

Da gibt es z.B.:

  • Häufige Selbst- und Fremdvorwürfe,
  • Opferhaltungen und abwertende Beurteilungen,
  • Katastrophen- und Verlustängste,
  • zu hohe und perfektionistische Erwartungen an sich selbst und andere,
  • Leiden an den Ungerechtigkeiten des Lebens,
  • Schuldgefühle und Sorgenspiralen,
  • Prophezeiungen und Gedanken, für die es keine Beweise gibt,
  • inneres Schrumpfen auf Kleinkindalter bei bestimmten Herausforderungen oder Autoritätspersonen,
  • nicht zuletzt aber auch ein unbewusster Loyalitätskonflikt mit der eigenen Herkunftsfamilie.

Wer sich (unbewusst) fertigmachen will, sagt sich etwa: 

  • Meine Schwester hat ein so schweres Leben. Da habe ich doch gar kein leichtes Leben verdient.
  • Meine Eltern brauchen mich. Wenn ich sie verlasse, mache ich mich schuldig.
  • Ich bin doch immer nur gescheitert. Das macht doch alles keinen Sinn mehr. 
  • Ich kriege nirgendwo die Anerkennung, die ich verdient habe!
  • Ich bin so wütend auf das Leben! Ich fühle mich bestraft!
  • Ich werde es nie schaffen, „nein“ zu sagen.
  • Ich höre immer noch meinen Vater: „Junge, mach was Vernünftiges. Und sicher muss es sein!“
  • Meine Oma sagte immer zu mir: „Für jede Sekunde Glück musst Du stundenlang büßen!“
  • Ich bin völlig langweilig. Einfach zu schüchtern. Mein Freund findet sowieso eine Hübschere.
  • Erst muss es den Menschen in meiner Umgebung gut gehen, dann kann es mir gut gehen.

Den inneren Selbstsabotage-Programmen sind keine Grenzen gesetzt. Wenn Du etwas verändern möchtest, dann achte hier und jetzt auch auf Deine Sprache. Die Art, wie Du sprichst, findet einen Widerhall in Deinem Körpergefühl und Deinem Bewusstsein. In unserer Sprachkultur reden wir seit Urzeiten von „Wortschatz“ und nicht von „Wortmüll“. Wortmüll zieht Dich herunter. 

„Wie ist das Wetter bei Euch im Urlaub?“ – „Es regnet nicht.“ 

„Wie geht’s Dir?“ – „Nicht schlecht.“

So schadet uns auch die verneinende, ja geradezu vernichtende Sprache, denn sie verhindert das Fühlen. Wenn es „nicht regnet“, kann ich nicht fühlen, was die bewölkten 15° in mir auslösen. Und wenn es mir „nicht schlecht“ geht, vermeide ich ein aufmerksames Nach-innen-Blicken.

Da hilft nur eines: Gib Dir die Erlaubnis, Dich entwickeln zu dürfen. Ohne diese Entscheidung wirst Du immer in Ängsten und Zwängen gefangen bleiben und in destruktiven Systemen verharren müssen. 

Buddha Siddhartha Gautama (ca. 420-368 v.Chr.) gab uns den bedenkenswerten Hinweis:

Laufe nicht der Vergangenheit nach, 
verliere Dich nicht in der Zukunft.
Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen.
Das Leben ist hier und jetzt.

Teil 2 folgt

Aus meinem Buch: Dr. Georg Rupp „Befreiung aus dem Hin & Her des Lebens: Lass Dein Herz entscheiden“ (Verlag „Die Silberschnur“ GmbH, ISBN: 978-3-89845-355-4, 1. Aufl. 2012, Preis 14,90 €)

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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Du bist so jung wie deine Zuversicht

Drucken Verfasst am 01.08.2018

Die folgenden Gedanken von Albert Schweitzer (1875-1965) berühren mich immer wieder. Ich gebe sie so weiter, wie ich sie erfahren habe.

Jugend ist nicht ein Lebensabschnitt, sie ist ein Geisteszustand.

Sie ist Schwung des Willens, Regsamkeit und Fantasie, Stärke der Gefühle,
Sieg des Mutes über die Feigheit, Triumph der Abenteuerlust über die Trägheit. 

Niemand wird alt, weil er eine Anzahl Jahre hinter sich gebracht hat.
Man wird nur alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt.
Mit den Jahren runzelt die Haut,
mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele. 

Sorgen, Zweifel, Mangel an Selbstvertrauen, Angst und Hoffnungslosigkeit,

das sind die langen, langen Jahre, die das Haupt zur Erde ziehen
und den aufrechten Gang in den Staub beugen. 

Ob siebzig oder siebzehn, im Herzen eines jeden Menschen
wohnt die Sehnsucht nach dem Wunderbaren,
das erhebende Staunen beim Anblick der ewigen Sterne
und der ewigen Gedanken und Dinge, das furchtlose Wagnis,
die unersättliche, kindliche Spannung, was der nächste Tag bringen möge,
die ausgelassene Freude und Lebenslust.

Du bist so jung wie deine Zuversicht, so alt wie deine Zweifel,
so jung wie deine Hoffnung, so alt wie deine Verzagtheit.
Solange die Botschaft der Schönheit, Freude und Kühnheit,
der Größe der Erde, des Menschen und des Unendlichen
dein Herz erreicht, solange bist du jung. 

Erst wenn die Flügel nach unten hängen,
und das Innere deines Herzens vom Schnee des Pessimismus und
vom Eis des Zynismus bedeckt ist,
dann erst bist du wahrhaftig alt geworden.

In herzlicher Verbundenheit 

Georg Rupp

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Wenn die Seele klingt

Drucken Verfasst am 15.07.2018

Dies ist ein kurzer Gastbetrag meiner Frau Claudia. Darin schildert sie eine herzberührende Erfahrung aus ihrer Arbeit als Diplom-Sozialpädagogin an einer Krefelder Gesamtschule.

An einem sehr schönen Sommertag ging ich mit einigen Schülern zu einer Baumgruppe im Schulgarten. Wir wollten eine Phantasiereise unternehmen. 

Die Kinder liegen entspannt in Sternform im Kreis, lauschen meiner Geschichte und genießen die Ruhe, Vogelgezwitscher, das Lichtspiel von Sonne und Schatten. 

Die Harmonie an diesem Ort ist ein Geschenk, eine Sternstunde auch für mich als Erzählerin. In diesen Minuten stimmt einfach alles: Die Natur, die Stille, die Kinder. Sie begleiten innerlich die Reise engagiert mit, und so steuern wir sanft dem offenen Ende der Geschichte entgegen, das die Kinder weiterspinnen sollen.

Während der Abschlussrunde sagt Giovanni, 11 Jahre, ganz überzeugt, ruhig und lächelnd: 

„Ich bin so froh, dass es mich gibt!“

Als das aus ihm herausspricht, scheint die Sonne in sein Gesicht. Er ist im vollkommenen Einklang mit sich, der Natur und der Schöpfung. 

„Ich bin so froh, dass es mich gibt!“ Wäre es nicht wunderschön, wenn jeder von uns über sich so denken würde?!

In herzlicher Verbundenheit

Claudia Rupp 

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Einige Gedanken zur Depression

Drucken Verfasst am 01.07.2018

Fast jeder zweite Deutsche leidet irgendwann in seinem Leben an einer mehr oder weniger starken depressiven Verstimmung.

Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Depressionen, die hier aufzuzählen den Rahmen sprengen würden. Es gibt Stoffwechselstörungen, die zu Depressionen führen. Substanzverluste im Gehirn, die in der Regel medikamentös behandelt werden.

Oft wird aber verkannt, dass Depressionen auch „exogen“, von außen, verursacht werden können. Sie sind dann re-aktiv, also die Folgen äußerer Ereignisse. 

In diesem Sinne ist Depression oftmals eine nach innen gerichtete Form der Aggression. Du lähmst Dich selbst, indem Du Deine Energien gegen Dich selbst richtest.

Depression und Aggression sind zwei Seiten einer Münze. Zwei Eckpunkte auf Deiner Energieskala. Setze Dich ein für Dich und Dein Leben. Und du wirst merken: Die Depression – exogen verursacht – hat keine Chance.

Manche sagen an diesem Punkt: „Erst muss ich wieder Kraft bekommen. Wenn ich keine Kraft habe, kann ich nichts tun.“

Das Gegenteil ist der Fall: Tu etwas! Fang mit den kleinsten Schritten an. Aber bewege Dich – dann kommen Kraft und Energie zurück. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Veränderung braucht Zeit Aber: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu:“

Drucken Verfasst am 01.06.2018

Warum haben viele Menschen so große Angst vor Veränderungen in ihrem Leben? 

Sind wir immer noch „Höhlenbewohner“ geblieben? Fühlen wir uns nur sicher, solange uns alles vertraut ist? Betrachten wir das Neue nicht mit Offenheit und Zuversicht, sondern mit Misstrauen vor dem Unbekannten?

98 Prozent unserer Gene sind identisch mit den Genen von Menschenaffen. 
Zu 97 Prozent besitzen wir gemeinsames Genmaterial mit den Laubfröschen.
Und zu 70 Prozent unterscheiden wir uns – gentechnisch betrachtet – nicht von den Meeresschwämmen.
Um es auf die Spitze zu treiben: Zu 35 Prozent haben wir gemeinsame Gene mit dem Kohlrabi.

So ist es halt in der Evolution. Veränderung braucht Zeit.

Die große Chance kam, als die ersten Menschen sich aufrichten konnten, als sich vor ca. drei bis vier Millionen Jahren der „homo erectus“ entwickelte. In den afrikanischen Grassteppen bedeutete das einen enormen Vorteil, konnten unsere Vorfahren potenzielle Fressfeinde schneller und besser erkennen. Auf zwei Beinen aufgerichtet zu laufen war ein evolutionärer Vorteil gegenüber den Vierbeinern.

Ein Zeitsprung: Emil Zatopek, legendärer tschechischer Kultläufer und dreifacher Olympiasieger (5000 m, 10000 m, Marathon) von Helsinki 1952, sprach die oft zitierten Worte: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft.“ Alles bewegt sich. „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ (Wolf Biermann). 

Entwicklung (Ent-Wicklung) bedeutet das Aufheben, das Auflösen der Verwicklung. Wer sich nicht durch Krisen bewegt, wer sich nicht durch die Angst traut, wer sich verpanzert, statt sich zu öffnen – der ent-wickelt sich nicht. Wer alles nur festhalten will, riskiert, alles zu verlieren. 

Im Kultfilm von 1990 „Der Club der toten Dichter“ sprach Robin Williams als Lehrer zu seinen Schülern: „Pflückt die Rose, ehe sie verblüht.“ Im Lateinischen heißt dies: ‘Carpe diem‘. „Nutzet den Tag, Jungs. Macht etwas Außergewöhnliches aus eurem Leben. Nicht, dass ihr am Ende eures Lebens sagt: Ich habe nicht gelebt.“

Das setzt die tiefe Einsicht und Offenheit für Veränderungsprozesse voraus. Auch wenn es dauert – wenn wir im Wandel vor allem eine Chance sehen, bewegen wir uns in eine gute Richtung. Und deshalb: Carpe diem!

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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Der innere Schlüssel zur Weisheit

Drucken Verfasst am 01.05.2018

Der Weg zu den eigenen Kraftquellen, zu den inneren Ressourcen, ist für den Verstand ein regelrechtes Hindernisrennen. Unser Verstand, so klug ihn die Evolution auch ausgestattet hat, ist Meister im Verbreiten und Umsetzen von Selbstsabotage-Programmen. Selbstvorwürfe, Fremdvorwürfe, unrealistische Erwartungshaltungen an sich selbst und an andere machen uns das Leben schwer.

Den Weg zu den inneren Kraftquellen brauchen wir gar nicht aufwändig zu suchen. Es gibt nur eine Vorbedingung: Öffnen wir unser Herz – denn in der Mitte des Herzens ist unser ganzer innerer Reichtum geborgen.

Das Sternum-Projekt (Angaben s.u.), der innere Schlüssel zur Weisheit, ist der Wegweiser zum Herzen. Jeder kann sich auf den Weg machen, auf sein Herz zu hören und seiner eigenen Intuition zu vertrauen.

Ich weiß, das hört sich so leicht an – und ist doch so schwer zu erreichen. Vor allem nicht von heute auf morgen. 

Denn unser Leben gleicht oft einer Odyssee. Wir stechen in See, haben ein Ziel vor Augen (oder auch nicht), steuern einzelne Inseln an, verzetteln uns dabei, geraten in Untiefen oder verlieren die Orientierung. Dabei könnte Das Sternum-Projekt den roten Faden liefern, um auf der eigenen Lebensreise nicht unterzugehen. 

Voraussetzung ist, dass wir unser Herz nicht länger verpanzern, sondern die Überzeugung gewinnen, dass wir auch mit offenem Herzen bestens geschützt sind und unsere Lebensbestimmung viel intensiver erfahren können. 

Dabei kommt uns zugute, dass wir unsere drei Gehirne sinnvoll und zukunftsweisend nutzen können. Denn neben unserem Verstand, dem Kopfgehirn, besitzen wir ein zusätzliches Bauch- und ein Herzgehirn.

Zu den Hintergründen: Im Jahre 1993 entdeckte der kanadische Neurobiologe Michael Gershon das Bauchgehirn in der Magenschleimhaut des Menschen. Und vor gut zehn Jahren wurde nachgewiesen, dass auch unser Herz aus gehirnverwandten Zellen besteht. 

In wissenschaftlichen Studien konnte zudem erforscht werden, dass das Herz eine elektromagnetische Ausstrahlung besitzt, die circa einhundert Mal weiter reicht als die elektromagnetische Schwingung des Gehirns. Es wird sogar vermutet, dass wir alle über unsere Herzen miteinander verbunden sind. Warum also sollten wir nicht sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, die in uns schlummern, um unser Leben zu entwickeln und zu bereichern?!

Schon Konfuzius (551-470 v.Chr.) sagte: „Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen“. Und Aristoteles (384-325 v.Chr.) beschrieb in seiner Herzlehre den Zusammenhang zwischen Herz und Seele wie folgt: „Die Seele regiert den Körper vom Herzen aus. Die Kraft, die das Herz antreibt, ist die Seele.“

Wer also seine Intuition und Herzintelligenz fördert, sein Selbstwertgefühl aufbaut und seine innere Bestimmung findet, ist auf dem Weg, sich wahrhaft selbst zu leben.

Joseph Beuys sprach vom „Flammenofen des Herzens“, den jede und jeder für das eigene Leben nutzen sollte.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie aus dem Hindernisrennen Ihres Verstandes, zumindest immer mal wieder, aussteigen können. Öffnen Sie ganz bewusst Ihr Herz und schenken Sie der Welt Ihr Lächeln. Alle guten Wünsche für Ihren Weg zu Ihrer inneren Mitte.

Buchtipp: Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben“ – Dr. phil. Georg Rupp (Macht Sinn GbR, 1. Aufl. 2004, ISBN 978-3938270028, Preis 29,80 €)

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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Leben aus dem Herzen

Drucken Verfasst am 01.04.2018

Die folgenden Inspirationen entstanden in einer Trance, einer tieferen Meditations-Erfahrung. Ich habe sie genannt: Meditation über die Stimme Deines Herzens. Es ist der Weg von außen nach innen, vom Schatten ins Licht.

Eingebung
In allem ist das Licht.
Zu allen kommt das Licht.
Aber jeder entscheidet, ob er das Licht annimmt oder nicht.

Die meisten Menschen laufen immer noch blind durch ihr Leben.
Sie sehen nicht die Schönheit und Vollkommenheit, weil sie blind nach innen sind.

Sie schöpfen nicht aus der inneren Quelle der Liebe und des Lichtes. 

Dabei genügt ein Wechsel der Blickrichtung.

Aber der fällt vielen so schwer.
Sie blicken nach außen und verlieren den Überblick, weil das Außen gar nicht zu überblicken ist.

Ein kleiner, gezielter Blick nach innen ist tausend Mal wertvoller – und sinnvoll dazu.

Der Blick zum inneren Kristall der Seele und des Herzens würde das Leben auf der Erde radikal verändern. 

Es wäre eine Transformation, ein Quantensprung auf dem Weg in eine wahrhaft menschliche und liebevolle Zukunft.

Nach innen schauen und sein Herz sprechen lassen – das ist der Weg in eine neue Lebensqualität, in ein neues Lebensethos. 

Alle Machtspiele haben keinen Platz mehr, wo Herz zum Herzen spricht. 

Also – lege Deine Hand tagtäglich auf Dein Herz, und höre, was die alte, weise Seele Dir zu sagen hat. 

Keine Führung kann Dir Deinen Weg auf dieser Erde besser beschreiben und Dich sicherer leiten als die Stimme Deines Herzens, die Weisheit Deiner Seele.

Frage Dich also im Hin und Her Deines Lebens nicht: „Wie soll ich mich entscheiden?“ 

Folge der Stimme Deines Herzens. 
Wenn Du achtsam bist, wirst Du sie hören.

Das wünsche ich Dir.

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

 

Aus: „Befreiung aus dem Hin & Her des Lebens. Lass dein Herz entscheiden.
Dr. phil. Georg Rupp
(Silberschnur-Verlag, 1. Auflage 2012, ISBN 978-3-89845-355-4, 14,90€)

 

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Das Maß der Liebe 

Drucken Verfasst am 01.03.2018

Eine Brücke wird oft von zwei Pfeilern getragen. Was würde passieren, wenn diese zwei Pfeiler, die die Brücke stützen, auf einer Seite eng zusammen stehen würden, während auf der anderen Seite kein Pfeiler existierte?

Was würde geschehen, wenn alle tragenden Elemente des Hauses auf einer Seite vorhanden wären – und auf der anderen Seite nicht?

Was wäre die Folge, wenn alle vier Räder Deines Autos nur auf einer Seite angebracht wären?

Zusammenbruch, Einsturz, Fahruntüchtigkeit. 

Eine gute Partnerschaft verhält sich wie zwei Pfeiler einer Brücke. Jeder Partner steht für sich, ist Unikat, ist einzigartig, ist selbstständiges Individuum. 

Die Partnerschaft kann sich nur Raum geben, Luft lassen, tragfähig sein, wenn beide Pfeiler nicht zu eng beieinander stehen. Beide Menschen sind getrennt – und doch miteinander verbunden, denn beide haben ihre Brücke gebaut.

Eine Partnerschaft, die das richtige Maß an Nähe und Distanz berücksichtigt, ist tragfähig. So steht keiner im Schatten des anderen. So kann jeder sich selbst leben, ohne zu verschmelzen, ohne im anderen aufzugehen, ohne sich aufzugeben. 

„Symbiose“ heißt: Lebensnotwendige Abhängigkeit. Es gibt nur eine natürliche Symbiose im menschlichen Leben: Das heranwachsende Baby im Mutterleib. Hier ist es eindeutig: Wir zwei sind eins.

Doch schon mit der Abnabelung stimmt das nicht mehr. Zwar erlebt sich der Säugling, das Kleinkind, bis zum 2. Lebensjahr als eins mit der Mutter, dennoch sind beide körperlich getrennt. 

Wie oft hast Du Menschen kennen gelernt, die ihren Partner mit den Worten vorstellen: „... meine bessere Hälfte!“ 

Wie oft hast Du erlebt, dass die Frau zum Mann „Vati“ sagt, der Mann „Mutti“?

Der Wunsch nach permanenter Verschmelzung fördert die Angst vor Verlust und Einsamkeit. Wenn ich nur eine Hälfte bin – wie soll ich überleben können, wenn mein Partner stirbt, er mich verlässt oder sich sonstwie unsere Wege trennen?

Stehen zwei Pfeiler einer Brücke aber in richtigem Maße zueinander, so stehe ich fest in mir, auch wenn die Brücke eines Tages zusammen fällt. 

Gib Dich nicht auf. Aus Liebe zu Dir: Sei es Dir wert, Dich selbst anzunehmen. Eigenständig, selbstbewusst und einzigartig.

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp  

Aus: Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben“ – Dr. phil. Georg Rupp (Macht Sinn GbR, 1. Aufl. 2004, ISBN 978-3938270028, Preis 29,80 €)

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Stille und Lärm

Drucken Verfasst am 15.02.2018

Hinter dem Alltagslärm liegt die Stille verborgen.
Du kannst sie aufdecken, entdecken, freilegen.
Du kannst sie Dir zum Geschenk machen. 

In der Stille bist Du im Raum der Erkenntnis.
Im Raum Deiner Gefühle.
Im Raum Deiner Sinne.
Im Raum Deines Herzens.

Höre auf den Herzschlag der Stille.
Lass Dich von der Stille verzaubern.
Hör genau hin:
Sie erzählt Dir vom Geheimnis des Lebens.
Vom Geheimnis der Liebe.
Vom Geheimnis der Harmonie.

Stille ist die schönste Musik!

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Einige Tipps zur Lebensführung

Drucken Verfasst am 01.02.2018

Was ist Glück – und ein gelungenes Leben? Wohl kaum der Lottogewinn, der einige der „Glücklichen“ veranlasst, ihre Hände in den Schoß zu legen. Auch nicht „mein Haus, mein Boot, mein Pferd, mein Auto, usw.“ Nein, „Glück“ bedeutet für mich, mit den Höhen und Tiefen des Lebens angemessen, ehrlich und mutig umgehen zu können. 

Was kann uns noch weiter helfen auf dem Weg in ein gelungenes Leben? Hier sind einige Tipps, über die Sie gerne nachdenken – und ihnen im Herzen nachspüren können. 

Erste Grundvoraussetzung für ein gelungenes Leben:
Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. 

Zweite Voraussetzung:
Wer nichts riskiert, setzt alles aufs Spiel.

Dritte Voraussetzung:
Erfolg ist das, was folgt, wenn man sich selbst folgt.

Die gesunde Grundeinstellung Problemen gegenüber:
Wenn du ein Problem nicht lösen kannst – löse Dich vom Problem.
Denn wenn eine Tür zugeht, geht die nächste auf.

Wie schaffe ich das, mich zu lösen?
Fange mit einer ersten Entscheidung an. Denn tausend Meilen beginnen mit dem ersten Schritt. 

Was ist mein Nutzen, wenn ich wirklich anfange?
Da kann ich nur mit Hermann Hesse sprechen: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Wer oder was kann mich dabei unterstützen?
Ein gutes und konstruktives Mitgefühl mit mir selbst.
Die grundsätzliche Übernahme von Selbstverantwortung für mich und mein Leben.
Die Aussage: Ich bin es mir wert, dass es mir gut geht.
Die Überzeugung: Auch wenn ich am Anfang stolpern sollte, liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin. 

Was ist der Mühen Lohn?
Freiheit, Selbstbestimmung, Freude an meinem Weg. Das kleine, machbare Glück.

Ohne einen ehrlichen Umgang mit mir selbst und mit belastenden Situationen ist keine Veränderung möglich. Ich wünsche Ihnen die Kraft und die Gelassenheit, immer wieder neu beginnen zu können. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Ein glückliches neues Jahr? Neujahr 2018

Drucken Verfasst am 01.01.2018

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ Dieser Gedanke des englischen Philosophen Francis Bacon (1561-1626) ist es sicherlich wert, uns alle – ca. 400 Jahre später – in das neue Jahr zu geleiten. 

Wofür können wir dankbar sein? 

Da ist es hilfreich, genau hinzuschauen, mit Aufmerksamkeit den Tag zu durchschreiten. Es ist die kleine, stille Freude des Augenblicks, für die wir auch in diesem neuen Jahr dankbar sein dürfen. Denn das Leben ist bunt. Nur die Farben müssen wir selber mischen.

Theodor Fontane (1819-1898), der deutsche Schriftsteller, drückte seine Sehnsucht auf seine eigene Weise aus: „Ich sehne mich nach einfachen Formen, nach einer stillen, natürlichen Lebensweise, wo Herz zum Herzen spricht. Wo man das Beste hat: Ehrlichkeit, Liebe, Freiheit.“

Heute können wir T-Shirts mit allen möglichen Sprüchen und Bildern bedrucken. Meistens sind sie des Hinschauens nicht wert. Vor kurzem aber fiel mein Blick auf die Textzeile: „Alles, was du dir wünschst, liegt auf der anderen Seite der Angst.“ – Wie wahr! Vertrauen, Mut, Zuversicht, Freude, Liebe.

Möge in diesem neuen Jahr nicht die Angst – trotz der politischen Großwetterlage – unser ständiger Begleiter sein, mögen Humor, Lachen und Lebensfreude überwiegen. Jeder Tag ist ein neuer Anfang. Wir können ihn jeden Morgen dankbar begrüßen. In der Waagschale des Lebens hat Dankbarkeit Gewicht.

Und was ist mit dem so viel zitierten Glück? Ratgeberbücher zu diesem Thema gibt es wie Sand am Meer. Sind wir dadurch glücklicher geworden? Seit Francis Bacon wissen wir: „Es sind die Dankbaren, die glücklich sind!“

Hoffen dürfen wir natürlich immer. So gibt es eine Geschichte über den Atomphysiker Nils Bohr. Ein Kollege besuchte ihn in dessen Landhaus und sah, dass ein Hufeisen über der Eingangstüre hing. „Professor!“ sagte er, „Sie? Ein Hufeisen? Glauben Sie denn daran?“ Worauf Bohr antwortete: „Natürlich nicht. Aber wissen Sie, es soll einem auch helfen, wenn man nicht daran glaubt.“ – Soweit diese kleine Anekdote. 

Dennoch: Für ein gutes, zufriedenstellendes neues Jahr wünsche ich Ihnen, dass Sie mehr Ihrer Kraft und Ihren Ideen vertrauen als Ihrem Glück. 

Wir alle können aus unserer spontanen Lebensfreude schöpfen. Aus unseren mitmenschlichen Begegnungen, aus unserer Herzenswärme. Freuen Sie sich mit mir auf jeden neuen Tag im kommenden Jahr. Mischen wir tagtäglich unsere Farben neu. Dann wird unser Leben bunt. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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