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Die Sorgenstuhl-Methode

Drucken Verfasst am 15.12.2016

Wenn Sie sich viel mehr Sorgen machen, als Ihnen lieb ist…
Wenn Sie nachts vor lauter Grübelattacken nicht zur Ruhe kommen…
Wenn Sie Gedankenmüll ohne Ende produzieren…

dann könnte die folgende Übung wie geschaffen für Sie sein.
Sie wissen doch: „Übung“ beinhaltet das aktive Wort „üben“. 

Wenn die Methode „Sorgenstuhl“ für Sie einen Sinn machen soll, benötigen Sie etwa 15 Euro und vier Wochen Zeit, anfangs 2 x 10 Minuten pro Tag.

Wenn das nicht möglich sein sollte (15 Euro zu viel Geld / 20 Minuten nicht durchführbar), lassen Sie besser die Finger von dieser bewährten Methode. Ich habe sie vor ca. 45 Jahren in meinem Psychologie-Studium kennen- und schätzen gelernt. Aber, Vorsicht: Wenn Sie 15 (vielleicht im Sonderangebot auch nur 10) Euro nicht investieren möchten, grübeln Sie einfach weiter. Dann ist es ja vielleicht Ihre Bestimmung.… ;-)

Sie wollen investieren? Gut. Dann kaufen Sie sich gleich morgen von den 15 (vielleicht auch nur 10) Euro einen einfachen, recht unbequemen Hocker ohne Rücken- und Armlehne. Es gibt solche mit vier Metallbeinen und aufgeschraubtem Holzsitz. Dies ist für die nächsten vier Wochen Ihr „Sorgenstuhl“.

Warum so billig? Sie sollen ihn nach vier Wochen wegwerfen oder im Keller deponieren können. Auf diesem Sorgenstuhl werden Sie ab jetzt alle Ihre Sorgen bündeln und ausleben. (Verstehen Sie jetzt, warum er unbequem und nur begrenzt haltbar sein soll?! Sie werden später ja wohl nicht Ihren „Sorgen-Sammel-Stuhl“ in Ihrer Nähe aufbewahren wollen…) 

Also, wie gehen Sie vor?

Das erfahren Sie in 14 Tagen. Bis dahin können Sie ja gut und gerne Ihren Sorgenstuhl gekauft haben.

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

Die Reise meines Lebens – Teil 5 Eine ressourcenorientierte Wanderung

Drucken Verfasst am 01.12.2016

„Die Reise meines Lebens“ ist eine 5teilige Wanderung zu Deinen inneren Kraftquellen und Ressourcen. Claudia und ich haben sie für unser Seminar „Phönix aus der Asche: Gelassen sein statt ausgebrannt!“ entwickelt.

In einer Trancesprache vorgetragen und mit vielen Pausen zum Nachspüren versehen, dauert die ganze Phantasiereise ungefähr 30 Minuten. 

In Lebenskrisen wissen wir oft nicht, wie wir uns entscheiden sollen. Auf dieser Reise stehst Du wieder einmal an einer Wegkreuzung. Wohin führt Dein Lebensweg?

Mit dem heutigen 5. Teil endet „Die Reise meines Lebens“.

Immer wieder hilft Dir Dein inneres Schatzkästchen, Erkenntnisse über Dich und Dein Leben zu gewinnen. Dich innerlich reich zu machen, wenn Du spürst, was wirklich hervortreten will ans Licht: Deine Bestimmung, Dein Ziel, Dein völliges Einverständnis in alles, was ist.

Und so erhältst Du früher oder später, vielleicht auch schon jetzt, wichtige Aspekte einer Antwort auf die wesentlichen Fragen unseres Daseins:

Wo komme ich her?

Wo gehe ich hin?

Welchen Sinn kann ich meinem Leben geben?

Bevor es für Dich weitergeht, überlege noch einmal im Hier und Jetzt: Was hat mein Leben reich und bunt gemacht? (Pause)

Was hat mich gestärkt, mir einfach gut getan?

Was sind die Kraftquellen, mit denen ich mein Leben schon heute anreichern kann?

Sind es kleine oder größere Ereignisse und Erfahrungen, wie z.B. ein Tag am Meer? Sind es die blauen, intensiven Farben, der Sand, das Licht, die Wärme, das Vertrauen?

Oder die Hochzeit, die Geburt eines Kindes, Freundschaft, Verständnis und Liebe?

Sind es die kleinen Glücksmomente, die bunten Blüten, der Morgentau über den Wiesen, das Lächeln eines Kindes, das Zwitschern eines Vogels, ein Sonnenstrahl, der durch die Wolken auf die Erde trifft?

Erfahre es nochmals mit allen Sinnen – und höre auf die Sprache Deines Herzens.

Ganz gleich, an welchen Weggabelungen Du heute und in Zukunft stehen wirst: Folge der Stimme Deines Herzens. Wenn Du Dir selbst folgst, vollendest Du die Reise Deines wirklichen, vitalen Lebens – und nicht die Reise eines von anderen Dir zugedachten Lebens. 

Mache Dir immer wieder klar: Du bist ein Original – und keine Kopie. (Pause)

Und nun komm auf Deiner Lebensreise wieder ganz zurück in diesen Raum und diese Zeit... und bring das zu Papier, was Dir bewusst geworden ist, und was Dir helfen wird, die Reise Deines Lebens mit Vertrauen und Dankbarkeit fortzusetzen. Denn: Jeder Tag ist ein neuer Anfang.

„Die Reise meines Lebens: Eine ressourcenorientierte Wanderung“ ist eine Phantasie- und Selbsterfahrungs-Übung von Claudia und Georg Rupp. Sie darf für therapeutische Zwecke verwandt werden. Wir bitten aber in diesen Fällen um einen Hinweis auf uns als Gestalter des Textes. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Die Reise meines Lebens – Teil 4 Eine ressourcenorientierte Wanderung

Drucken Verfasst am 15.11.2016

„Die Reise meines Lebens“ ist eine 5teilige Wanderung zu Deinen inneren Kraftquellen und Ressourcen. Claudia und ich haben sie für unser Seminar „Phönix aus der Asche: Gelassen sein statt ausgebrannt!“ entwickelt.

In einer Trancesprache vorgetragen und mit vielen Pausen zum Nachspüren versehen, dauert die ganze Phantasiereise ungefähr 30 Minuten.

In Lebenskrisen wissen wir oft nicht, wie wir uns entscheiden sollen. Auf dieser Reise stehst Du wieder einmal an einer Wegkreuzung. Wohin führt Dein Lebensweg?

Es folgt der 4. Teil. Teil 5 erscheint in 14 Tagen.

Schau nach innen: Welche Annahmen hast Du von Dir selber? Trägst Du behindernde und blockierende Überzeugungen mit Dir herum, die Du durch Eltern, Familie, Schule usw. verinnerlicht hast? Sind einige dabei, die Dir nicht gut tun?

Hindern Dich innere Selbstsabotage-Programme daran, Dich jetzt zu entscheiden für Deinen eigenen Weg – hier, an dieser Weggabelung, an der Du immer noch stehst?

Und wenn Du in Deinen Rucksack schaust – entdeckst Du Gepäckstücke in seinem Inneren, die Du schon all die Jahre mit Dir herumschleppst, die Dir aber nicht gehören? Was schleppst Du immer noch mit Dir herum, was andere Menschen, die sich um Deine Erziehung kümmerten, in Dich an Geboten, Verboten, moralischen Pflichten usw. hinein gelegt haben? 

Wenn sie nicht zu Dir gehören, hast Du jetzt die Chance, sie aus Deinem Rucksack zu entfernen und ... loszulassen.

Vater, Mutter, Opa, Oma, Bruder, Schwester – oder von wem immer ich das habe, was mir in meinem Leben nicht gut tut: Ich gebe es Euch zurück. Ich lasse es ab jetzt bei Euch – und gehe meinen Weg! (Pause)

Nun stehst Du schon eine ganze Weile an dieser Wegkreuzung. Vielleicht ahnst Du jetzt, oder weißt sogar, welchen Weg Du jetzt einschlagen willst. Wohin willst Du jetzt gehen? Ist die Klarheit gewachsen? Fällt die Entscheidung jetzt leicht?

Nach all dieser Zeit, in der Du Dich gefragt hast, ob Du den Weg der Gewohnheit oder den Weg des Aufbruchs gehen willst... frage jetzt Dein Herz, frage Deinen Bauch. Lass sie gemeinsam mit Deinem Verstand entscheiden, wohin Dein Lebensweg führt. Wähle selbstbestimmt, wie die Reise Deines Lebens jetzt und in Zukunft weitergeht. (Pause)

Spürst Du in Dir, dass Du ausgestattet bist mit unendlichen Fähigkeiten, mit Vertrauen, Mut, Liebe, Dankbarkeit, Herzlichkeit und Klarheit?!

Spürst Du ein wenig – oder auch in hohem Maße – Deine innere Freude, wenn Du Dich jetzt auf den Weg machst zum lichterfüllten Ziel Deiner nächsten Station? Spürst Du jetzt in Dir, in irgendeinem Teil Deines Körpers, die Ahnung einer Harmonie, die auf Deiner weiteren Reise alles umfängt und alles durchdringt?

Deine Reise endet nicht an dieser Weggabelung. Deine Reise gleicht einer Spirale, die Dich ein Leben lang – durch alle Höhen und Tiefen – zu Deinem inneren Wachstum, zu Deiner Reife und Weisheit führt.

Wird fortgesetzt...

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Die Reise meines Lebens – Teil 3 Eine ressourcenorientierte Wanderung

Drucken Verfasst am 01.11.2016

„Die Reise meines Lebens“ ist eine 5teilige Wanderung zu Deinen inneren Kraftquellen und Ressourcen. Claudia und ich haben sie für unser Seminar „Phönix aus der Asche: Gelassen sein statt ausgebrannt!“ entwickelt.

In einer Trancesprache vorgetragen und mit vielen Pausen zum Nachspüren versehen, dauert die ganze Phantasiereise ungefähr 30 Minuten.

In Lebenskrisen wissen wir oft nicht, wie wir uns entscheiden sollen. Auf dieser Reise stehst Du wieder einmal an einer Wegkreuzung. Wohin führt Dein Lebensweg?

Es folgt der 3. Teil. Teil 4 erscheint in 14 Tagen.

Wenn Du innehältst und Dich umschaust, findest Du möglicherweise einen Reisebegleiter, einen inneren Helfer, an Deiner Seite. Es kann in Deiner Vorstellung – oder auch in Deinem Gefühl – eine weise Frau sein, ein weiser Mann... auch ein majestätisches Tier, wie es die Indianer als Ratgeber nutzen.

Diese weise Lehrerin, dieser weise Lehrer, besitzt eine Stärke, um Dir genau in den Situationen helfen zu können, wenn Du vor der nächsten wichtigen Lebensentscheidung stehst. (Pause)

Es kann auch eine göttliche Energie sein, die Dir hilft, wenn Du nicht weiter weißt, oder Du Dich überfordert fühlst. Spüre nach, ob Du in dieser Situation in einen Dialog mit Deinem inneren Helfer trittst...

Und noch eins: Gab es – oder gibt es – Freunde oder andere wertschätzende Personen auf Deinem Weg, die Du als Unterstützung für Dich erlebst? Die für Dich da sind, von denen Du Deine „Zuckerstückchen“ haben kannst? Also Anerkennung, Wertschätzung, Liebe?!

Und bist Du auf der Reise Deines Lebens selber Wegbegleiter für andere? In Freundschaft, Partnerschaft, Familie? Im Beruf, im Ehrenamt?

Eine gute Freundin, ein guter Freund, die da sind, wenn man sie braucht? (Pause)

Hast Du auf Deiner bisherigen Wegstrecke lernen können, Dich positiv abzugrenzen und „nein“ zu sagen, wenn andere Menschen und Institutionen Dich um etwas bitten, was Du nicht geben möchtest oder geben kannst?

Bist Du ein guter Zuhörer geworden? Kannst Du mitfühlen, Resonanz geben, mitschwingen?

Schenkst Du Anderen Vertrauen? Vertraust Du Dir selber? Vertraust Du in Deine eigenen Fähigkeiten, in Dein Leben, möglicherweise in eine göttliche Energie – oder in den Schutz des Universums?

Wird fortgesetzt…

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Die Reise meines Lebens – Teil 2 Eine ressourcenorientierte Wanderung

Drucken Verfasst am 15.10.2016

„Die Reise meines Lebens“ ist eine 5teilige Wanderung zu Deinen inneren Kraftquellen und Ressourcen. Claudia und ich haben sie für unser Seminar „Phönix aus der Asche: Gelassen sein statt ausgebrannt!“ entwickelt.

In einer Trancesprache vorgetragen und mit vielen Pausen zum Nachspüren versehen, dauert die ganze Phantasiereise ungefähr 30 Minuten.

In Lebenskrisen wissen wir oft nicht, wie wir uns entscheiden sollen. Auf dieser Reise stehst Du wieder einmal an einer Wegkreuzung. Wohin führt Dein Lebensweg?

Es folgt der 2. Teil. Teil 3 erscheint in 14 Tagen.

Vielleicht bist Du hier und jetzt noch nicht so weit, die Entscheidung über Deinen eigenen Lebensweg zu treffen.

Möglicherweise sind frühere Ereignisse dafür verantwortlich, dass es Dir schwerer fällt, Dich neuen Erfahrungen zu öffnen.

An einigen Tagen strahlte der Himmel für Dich in einem ganz intensiven Blau. An manchen Tagen war er grau und wolkenverhangen. Nichts war dann klar, alles nur noch diffus und verschwommen.

Gehst Du die meiste Zeit leicht beschwingt? Oder hast Du Dir einen kleinen oder großen Rucksack auf den Rücken gebunden – mit manchen Ressourcen, die Du auf der Reise Deines Lebens gut und gerne nutzen kannst?

Und vielleicht war es so, dass Du auch an grauen Tagen, auch bei Nebel, fehlender Klarheit, immer wieder Deinen Weg gefunden hast, auch wenn Du manche Umwege hast in Kauf nehmen müssen. Auch in Dir ist ja dieser innere Kompass, der Dir zeigt, wo Dein Weg entlangführt, auch wenn Du Dich das eine oder andere Mal verlaufen hast.

Denn in Deinem Rucksack befinden sich viele Schätze, die Du für Deine Lebensreise nutzen konntest – und nutzen kannst.

Vielleicht gibt es dort ein hohes Maß an positiver Lebensenergie... Vielleicht Deine wertschätzende Art, Verbindung zu anderen Menschen herzustellen... Deinen Humor... Dein Durchhaltevermögen... eigene Fähigkeiten, die Dir Vertrauen und Selbstvertrauen schenken...

Und auf all Deinen Wegen hast Du Deinen eigenen inneren Kompass dabei. Liegt er ganz oben im Rucksack, so dass Du ihn jederzeit nutzen kannst? Oder liegt er tief unten, so dass er Dir in Deiner jetzigen Lebensphase keine Hilfe ist?

Was sagt Dir Dein innerer Kompass? Welcher Weg liegt vor Dir? Welchen Weg kannst und sollst Du an dieser Kreuzung nehmen? Wo geht Deine Reise hin?

Wird fortgesetzt...

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Die Reise meines Lebens – Teil 1 Eine ressourcenorientierte Wanderung

Drucken Verfasst am 01.10.2016

„Die Reise meines Lebens“ ist eine 5teilige Wanderung zu Deinen inneren Kraftquellen und Ressourcen. Claudia und ich haben sie für unser Seminar „Phönix aus der Asche: Gelassen sein statt ausgebrannt!“ entwickelt. 

In einer Trancesprache vorgetragen und mit vielen Pausen zum Nachspüren versehen, dauert die ganze Phantasiereise ungefähr 30 Minuten.

In Lebenskrisen wissen wir oft nicht, wie wir uns entscheiden sollen. Auf dieser Reise stehst Du wieder einmal an einer Wegkreuzung. Wohin führt Dein Lebensweg? 

Es folgt der 1. Teil. Teil 2 erscheint in 14 Tagen.

Wo kommst Du her?

Wo gehst Du hin?

Was ist Deine Bestimmung, Dein Auftrag, der Sinn Deines Lebens? (Pause)

Seit dem Moment Deiner Zeugung, erst recht seit dem Augenblick Deiner Geburt, bist Du auf Deine Lebensreise gegangen.

Seit diesem Moment bist Du bereits eine ganze Zeit lang unterwegs. 

Verlief Dein Weg gerade?

Hast Du Umwege machen müssen, bist in Sackgassen gelandet, musstest Dich neu orientieren?

Vielleicht hast Du aber auch die Erfahrung machen können, dass Höhen und Täler des Lebens oft Meilensteine auf dem Weg der Erkenntnis und des Wissens sind.

Und nun stehst Du auf Deiner Reise wieder einmal an einer Wegkreuzung. (Pause)

Du weißt nicht so recht, welchen Weg Du jetzt einschlagen sollst. Du bist schon so lange durch Täler, Wälder und über Berge gewandert, hast in Städten gelebt, hast Erfüllung gesucht. 

Jetzt, an dieser Wegkreuzung, fragst Du Dich: Wohin will ich jetzt gehen? Welchen Weg will ich nehmen? 

Vielleicht sieht der eine Weg benutzter, normaler aus als der andere. Zeigt mehr Fußspuren als der Pfad, der weniger häufig begangen wurde.

Und Du erinnerst Dich: Was lief auf meiner bisherigen Lebensreise alles gut? (Pause)

Was weniger gut? (Pause)

Spürst Du in Dir schon eine Antwort auf die Frage, ob Du den rechten oder linken Weg gehen willst? Den geraden oder ungeraden? Den ebenen, einfachen oder den holprigen und schwierigeren Weg? Den kürzeren oder den längeren? Den Weg der Herausforderungen oder der scheinbaren Leichtigkeit? (Pause) 

Wird fortgesetzt…

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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Schüttle Dir den Stress vom Leib

Drucken Verfasst am 01.09.2016

Die Tierwelt kann uns vieles lehren. Beispielsweise Ausdauer und Durchhaltevermögen, aber auch den Umgang mit Stress-Situationen. Das ist kein Wunder, sagen Biologen doch häufig: Wir Menschen sind lediglich höher entwickelte Tiere. Wobei manche das Wort „höher“ auch noch in Frage stellen…

Nehmen wir den (Überlebens-)Kampf zwischen einer Gazelle und einer Löwin. So einseitig, wie wir denken, ist der Ausgang nicht. Denn die Löwin, der Löwe, braucht durchschnittlich 30 Anläufe, springt 30 x „daneben“, bevor es gelingt, eine Gazelle zu reißen.

 

Und die Gazelle? Sie gerät zunächst in einen Schockzustand. Ihr Stammhirn kennt – wie auch bei uns Menschen – nur drei Handlungsebenen: Entweder Kampf bzw. Flucht oder den „Totstellreflex“, die Erstarrung („Freeze-Zustand“).

Gelingt es der Gazelle, sich zu befreien und hunderte Meter weit weg zu springen, weicht das Stresshormon Adrenalin aus ihrem Leib, indem sie steht und am ganzen Körper zittert. Instinktiv schüttelt sie sich die Todesangst und ihren Stress weg. Danach grast sie ganz ruhig und friedlich weiter.

Stellen wir also fest: Wenn Tiere unter Druck geraten, schütteln und zappeln sie sich die Erregung aus ihrem Körper heraus.

Und genau das sollten wir Menschen in Stress- und Angstsituationen auch machen. Einfach ganz gezielt dastehen – und zittern und zappeln… 3 Minuten sind dafür eine lange, intensive Zeit – aber sehr hilfreich. Am Ende fühlst Du Dich völlig entspannt. Alle Angst, aller Stress ist aus Deinem Körper gewichen. Keine Schockstarre mehr. Kurz und wirkungsvoll alles abgeschüttelt.

Und noch ein Tipp: Dr. Gerald Hüther (Neurobiologe) empfiehlt als eine der besten Techniken zum Stressabbau ein schnelles Laufen im Kreis, mit einem häufigen Wechsel der Laufrichtungen. So, wie es die Löwen praktizieren, um im Käfig nicht durchzudrehen.

Am besten aber eignet sich – nach Hüther – das Laufen der Zahl „8“.

Stell Dir vor, eine große 8 ist auf der Bodenfläche aufgemalt – vielleicht 6-8 Meter lang. Du läufst jetzt einige Minuten diese gedachte Form auf dem Asphalt oder dem Rasen – mal so herum, mal anders herum. Gerne auch ab und zu rückwärts.

Kannst Du Dir vorstellen, wie Dein Gehirn arbeiten und kreativ werden muss, um diese ständigen Kehrtwendungen und Richtungsänderungen „hinzubekommen“?

Deine Gehirnhälften vernetzen sich wieder über den Gehirnbalken hinweg… Keine Schockstarre, kein Steckenbleiben in destruktiven Gefühlen mehr. Professor Hüther: „Die zweitbeste Selbsttherapie ist die auf dem Laufband. Die beste ist die „Lemniskate“ (schleifenförmige geometrische Kurve, das Zeichen für die Unendlichkeit), also die liegende 8, mal vorwärts, mal rückwärts zu laufen. Dann arbeitet das Gehirn wieder gerne an den neuen Lösungen.“

Zappeln und kreiseln – so einfach kann es sein, wieder in die Ruhe und den inneren Frieden zu kommen. Oder in eine positive Energie, die sprudelt und belebt. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp 

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Die wahren Ursachen der Zufriedenheit und der Erfüllung müssen wir in uns selbst suchen XIV. Dalai-Lama

Drucken Verfasst am 01.08.2016

Dieser Gedanke des Dalai-Lama trifft sicherlich auf große Zustimmung. Zumindest bei den Menschen, die an Selbsterkenntnis und persönlichem Wachstum interessiert sind.

Warum aber ist es dann so schwer, dieses „Leitmotiv“ auf unser alltägliches Leben zu übertragen?

Dr. Wolf Büntig, Gründer und Leiter von ZIST (Zentrum zur Entwicklung menschlicher Kompetenz durch Selbsterfahrung, Wegbegleitung und Psychotherapie) beschreibt als eine der Ursachen, dass wir uns in der Kindheit den Bildern und Bewertungen unterwerfen, die unsere Eltern – und andere Bezugspersonen – uns vermitteln. Mehr noch: Wir identifizieren uns mit ihnen.

In unserer Gesellschaft sind wir oft einem hohen Leistungsdenken ausgesetzt. Dieser Leistungsdruck „drückt“ im wahrsten Sinne des Wortes auf unseren Körper. Wir halten dann auch im späteren Leben durch Muskelkraft an unseren Identifizierungen der Kindheit fest.

Da unser Körper „die Bühne unserer Gefühle“ ist (Antonio Damasio / Neurowissenschaftler), werden wir auch als Erwachsene immer wieder auf die Gefühle der ersten zwei bis drei Lebensjahre zurückgeworfen, und halten mit sehr viel Kraft und Energie an unseren „Notlösungen der Kindheit“ fest. Damals hatten sie uns geholfen, die Liebe und Zuneigung der anderen nicht zu verlieren. (Wir Menschen sind „Säugetiere“ und deshalb auf Beziehungen angewiesen.) Letzten Endes taten wir alles, um geliebt zu werden und nicht ausgegrenzt und alleine zu sein. Und tun es heute noch.

Was können wir in die Wege leiten, um unsere Körpererinnerungen zu verändern?
Was ist nötig, um Zufriedenheit und Erfüllung in uns selbst zu finden? 

Wir müssen unsere eigene Lebensspur wieder finden, nachdem wir als Kind „entgleist“ sind.

Was war Deine kindliche Lebensspur, mit der Du auf die Welt gekommen bist?
Was hat Dir als Kind große Freude gemacht?
Was tatest Du gerade, als Dein Herz aufging, Du alles um Dich herum vergessen hast?
Spüre in Dich hinein und frage Dein Herz – es kennt Deinen Weg. 

Setze Dich wieder auf Deine eigene Lebensspur. Finde Deine eigene Lebensmelodie. Lerne, Deine Selbstbeengungen loszulassen. Und öffne Deinem guten Leben eine Schneise, bahne ihm einen Weg, der Dich zufrieden macht. Schon Konfuzius (551-479 vor unserer Zeitrechnung) sagte: „Der Weise sucht, was in ihm selbst ist. Der Tor sucht außerhalb.“  

Beginne jetzt! In diesem Augenblick!

In herzlicher Verbundenheit 

Georg Rupp

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Zeit für die Sinne – Zeit für den Sinn Teil 4

Drucken Verfasst am 15.07.2016

Ob heute, ob in 10 oder 20 Jahren – es wird eine unserer Aufgaben sein, dem Menschen Zuversicht zu geben. Zuversicht auch in dem Sinne, dass er wieder in Einklang mit sich selbst und seinen ureigensten Sinnen und Gefühlen als ganzheitliches Wesen leben und bestehen kann. Ob als Visionär, als Mensch der Tat, ob als Designer, Architekt, Theologe oder Lehrer – wir alle müssen uns mit dem Gedanken beschäftigen, wie der Mensch seine verlorengegangene Sinnlichkeit in seiner ihn umgebenden Welt, in der er lebt, arbeitet und sich erholt, wieder zu entdecken vermag. Wir brauchen Orte der Ruhe und Geborgenheit, wo der Mensch sich wohlfühlen und wieder zu sich, zur Natur – und letztlich auch zur Spiritualität – finden kann.

Wir brauchen Konzepte, die den Menschen mit Körper, Geist und Seele, mit seinen Sinnen, Empfindungen und Ahnungen ansprechen. Diese eröffnen dem Menschen die Möglichkeit, sich auf die Suche zu machen nach dem, was für ihn, für seine unverwechselbare Person, wesentlich ist. Und für seine Sinnfindung, für sein Spüren, Glauben und Hoffen. Denn Fort-Schritt heißt heute oft auch: Wir schreiten fort von dem, was wesentlich ist.

Ich bin überzeugt – und erfahre dies in vielen Gesprächen –, dass sich die Mehrzahl der Menschen nach Orientierung sehnt. In einer Zeit, die niemals chaotischer und hektischer war, in einer Zeit, in der immer neue, aufregende Computerspiele oder aufwändigere Smartphones für die „Kopf-runter-Generation“ produziert werden, um künstliche Knalleffekte im Gehirn zu erzielen, in dieser Zeit ist die Suche nach den eigenen Wurzeln und Kraftquellen, ist der Weg zur eigenen Mitte die sinn-vollste Alternative. Er entspricht der menschlichen Sehnsucht nach Geborgenheit, aber auch der Neugier, dem Fühlen, Tasten, Spüren und Staunen.

Wer aus seiner Mitte lebt, steht nicht – wie viele andere – mit beiden Beinen fest in den Wolken...

Nur wer tief in sich verwurzelt ist, kann sich auch zum Himmel strecken!

Warum also nicht auf Schulhöfen, in Senioren-Wohnanlagen und Gesundheitszentren einfach ein Teleskop aufstellen, um den Menschen die Dimensionen oben und unten, alle in Einem und eins in Allen ahnen zu lassen?

Warum nicht einfach ein Sandhaus bauen, in dem der Mensch sich in warmem Sand geborgen fühlt?

Warum nicht die Kostbarkeit des Sonnenstrahls in einem Erdhügel einfangen?

Warum nicht bewusst machen, wie viele neue Ufer es gibt, und wie berührend ein bewusstes Er-Leben sein kann?

Es gibt heute eine Reihe von Not-Wendigkeiten. Möglichkeiten, die Not zu wenden. Es gibt Ideen und Chancen. Es gibt noch so viel Lebendigkeit zu entdecken. Es kann noch so viel Glanz in den Augen entstehen...

Wie sagte Hugo Kükelhaus: „Wir müssen uns Zeit nehmen, wenn wir Gutes erreichen wollen. Die Zeit, die wir auf eine Sache verwenden, ist der Maßstab unserer Liebe zu ihr. Zeit ist gewissermaßen gleich Liebe. Und ohne Liebe kann keine Arbeit gedeihen.“

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Zeit für die Sinne – Zeit für den Sinn Teil 3

Drucken Verfasst am 01.07.2016

Wesentlich für unser Wohlbefinden sind unsere Sinnesorgane. Was erfreut Deinen Blick? Was nimmst Du wahr beim genauen Hinhören? Wie schmeckt etwas, wenn Du genau darauf achtest? Wie fühlt sich etwas an? Wie unterscheidest Du unterschiedliche Gerüche? Wo im Körper spürst Du, was Du fühlst?

Die Sinne sind, wie man so sagt, „im Kommen“.

Es geht also in Zukunft ganz wesentlich um Sinnlichkeit, Sinne und Sinn. Über die Sinne zum Sinn kann ich jedoch nur gelangen, indem ich meine Sinne zunächst einmal wahrnehme. Wahrnehmen heißt aber: Wahrheit nehmen. Da – so scheint mir oft – unterscheiden sich Männer und Frauen noch sehr.

Die Sinne zu schulen, kann für viele Männer, die noch im Helden-Mythos verwurzelt sind, eine echte Herausforderung bedeuten. Aber wenn wir die Zukunft meistern wollen – und das setzt eine Förderung der intuitiven Energien, auch der Bauchentscheidungen, also der Intelligenz der Gefühle, voraus –, dann kommen wir nicht umhin, die Emotionalität und Phantasie der rechten Gehirnhälfte mit dem rational-analytischen Denken der linken Hälfte besser zu koordinieren.

Aber ich kann quasi schon die Überzeugungen männlicher Bedenkenträger wahrnehmen, die der Meinung sind, Gefühle seien immer noch Sache der Frauen. Was heißen kann: In Gefühls- und Sinnesempfindungen bin ich meiner Frau hoffnungslos unterlegen, und ich will doch nicht dumm dastehen, wenn ich wie ein I-Dötzchen anfangen muss, daran zu arbeiten!

Die Ergänzung des „Helden“ durch den „weisen Lehrer“ in der zweiten Lebenshälfte ist ein echtes Männerprojekt – schwer genug, aber lehrreich, sinnvoll und notwendig.

Wird fortgesetzt…

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Zeit für die Sinne – Zeit für den Sinn Teil 2

Drucken Verfasst am 15.06.2016

Wenn Sie Freude daran haben, selber einmal Ihre Sensitivität und sinnliche Wahrnehmung zu testen, dann gibt es hierfür einige gute Adressen: Beispielsweise das „Phänomenia Erfahrungsfeld“ in Essen mit über 120 Experimentierstationen (www.erfahrungsfeld.de). Oder das „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens“ im Schloss Freudenberg in Wiesbaden (www.schlossfreudenberg.de). Es wird geleitet von Matthias Schenk, Weggefährte des 1984 verstorbenen Meisters Kükelhaus. Dort gibt es z.B. eine Tastgalerie, eine Partnerschaukel, Goethes Farbenlehre mit Prismen, Morgenrot und Himmelbau, Gongs und das Monochord des Pythagoras. Die Attraktion ist eine Dunkelbar, in der die DunkelBarkeeper Getränke ausschenken, die man später buchstäblich mit „Schwarzgeld“ (man sieht ja nichts) bezahlt.

Vom Begreifen der Kunst zur Kunst des Begreifens. Und das für Menschen von 3 bis 103 Jahren.

Auch die nun bereits 16 Jahre zurückliegende Weltausstellung Expo 2000 in Hannover war Anlass, in Laatzen einen „Park der Sinne“ zu gestalten. Dort gab es verschiedene Erlebnisstationen, einen Garten der Düfte, ein Trockental, ein Hecken-Labyrinth, den Echo-Garten, das Tal der Schmetterlinge usw.

Dieser Park wurde als hochwertiges Gartenkunstwerk konzipiert, das sich durch die Strukturen- und Formenvielfalt der verschiedenen Plätze und „Sinnes-Stationen“ sowie durch phantasievolle Spielbereiche auszeichnet.

Heute, im 21. Jahrhundert, geht es um die Balance von Körper, Geist und Seele. Das erscheint schon fast trivial angesichts der Tatsache, dass man den Menschen nicht aufspalten kann. Und wer die „Seele“ dem Theologen überlassen möchte, kann dafür die Worte „Gefühle“ oder „Sinne“ setzen. 

Wird fortgesetzt…

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Zeit für die Sinne – Zeit für den Sinn Teil 1

Drucken Verfasst am 01.06.2016

Stellen Sie sich einmal vor, Sie müssten einige Kilometer über eine schnurgerade, ebene, hindernisfreie Betonbahn gehen. Am Ende der Strecke werden Sie ermattet sein.

Wie anders wird es Ihnen bei einer Wanderung durch den Wald ergehen! Da sind verschlungene Pfade, es geht über Stock und Stein. Wurzeln, Moos, dichtes Gebüsch, Rinnsale. Das Licht ist dämmerig. Sie müssen ganz Auge, ganz Ohr sein. Ganz Nase. Es duftet nach Waldkräutern und Waldboden. Seltsame Geräusche von überall her. Vogelstimmen.

Am Ende des Weges sind Sie erfrischt, fast wie „neugeboren“. Was ist geschehen? 

Im Wald sind Sie mit Körper, Seele und allen Sinnen voll beansprucht. Überall kleine, mit Hindernissen verbundene „Wagnisse“.

Auf der risikolosen Betonbahn fordert Sie nichts heraus. Sie haben nichts zu bestehen. Sie sind sozusagen überflüssig. Das ist es, was uns „kaputt“ macht: Die Unterschlagung unserer Fähigkeiten. Leben bedarf der Hindernisse. Wo kein Wagnis, da kein Leben.

Leben bedarf der sinnlichen Wahrnehmung und Empfindung. Der Sinnhaftigkeit.

Ein deutscher Künstler, ein Multitalent, Hugo Kükelhaus (1900-1984), hatte dies bereits vor einigen Jahrzehnten beschrieben. „Schreiben“ hieß bei ihm noch Bücher per Hand zu schreiben, da er der Überzeugung war, dass die Gedanken authentischer fließen, wenn der Kopf sie in die Hand diktiert. Hugo Kükelhaus war seiner Zeit weit voraus.

Auf der Weltausstellung „Expo“ in Montreal 1967 schuf er sein „Erfahrungsfeld für die Sinne“. Aber damals ging es vielen jungen Menschen eher um Rebellionsgefühle und hedonistischen Aufbruch. Es war gleichzeitig die Pionierphase der sinnlichen Entdeckungen: des eigenen Körpers, der eigenen Sexualität, des „Eigen-Sinns“ und der Ekstase. Die Sehnsucht ließ die Herzen allerdings mehr in Richtung Flower Power, Hippies und San Francisco fliegen als auf das Erfahrungsfeld der Sinne von Hugo Kükelhaus.

Heute aber, in einer Zeit, die den Menschen immer stärker entwurzelt, wäre er Trendsetter. Trendsetter zumindest im Sinne des Gegentrends zur werteauflösenden Gesellschaft.

Wird fortgesetzt…

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Bedingte Liebe – Teil II Ein Briefwechsel über das Scheitern einer Beziehung

Drucken Verfasst am 15.05.2016

Liebe Sandra, so ähnlich könnte es in Ihrer Ex-Freundin „abgelaufen“ sein. Was ein solcher Mensch meist nicht erkennt: Dass er in seiner eigenen Struktur sehr kompliziert ist. Vielleicht sind ihr auch ähnliche Muster vertraut: Möglicherweise liefen ihre früheren Partnerschaften in vergleichbarer Weise ab. Diese Muster sind in aller Regel in früher Kindheit geprägt worden. Durch „Modellverhalten“ der Bezugspersonen (Eltern), durch Verlassenheits- und Trennungserfahrungen, durch Enttäuschungen und Ängste. Kurz: Durch die eigene, sehr individuelle Lebensgeschichte.

Jetzt ist es, wie es ist. Manchen tröstet in einer solchen Situation der Gedanke: „Alles, was war, ist genauso gewesen.“ Darin steckt eine Form von Akzeptanz in das, was nicht mehr verändert werden kann, weil es Vergangenheit ist. Vergangenes gehört nicht mehr zur Gegenwart, und deshalb nicht zum Hier und Jetzt.

Es schmerzt – und gleichzeitig lebe ich im Jetzt. Es tut weh – und heute ist ein neuer Tag. Mein Herz trauert – und augenblicklich sehe ich die vielen Farben dieser Jahreszeit.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie bei aller Enttäuschung, aller Trauer, vielleicht auch Verzweiflung, die andere Seite der Münze wahrnehmen. Nämlich Mut und Zuversicht. Das Leben geht weiter – Tag für Tag. Und so schlecht ist dieses Leben nicht. Jede und jeder von uns hat die Chance, für sich das Beste daraus zu machen.

Auch Krise und Chance sind zwei Seiten einer Münze. Wie sollten wir uns entwickeln können, wenn wir nicht vorher in Schwierigkeiten „verwickelt“ waren? – Wir wachsen und reifen weniger an unseren Erfolgen. Wir wachsen und reifen besonders an unseren Herausforderungen, auch am eigenen Scheitern und Versagen.

Auch das macht Leben und Lebendigkeit aus: Dass wir Anteil haben an Licht und Schatten, an Höhen und Tiefen, an Glück und Unglück. Wie sollten wir als Menschen in diesem Leben „ganz und rund“ werden und (später) über den Dingen stehen, wenn wir nicht alle Seiten in uns vereinen?!

Der ehemalige Präsident der Tschechischen Republik, Vaclav Havel, schrieb über die Hoffnung: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ 

Wenn Sie dieser kurzen Beziehung einen Sinn geben (zumindest können Sie aus alledem lernen…) und sich nicht verschließen, kann Hoffnung aufkeimen und etwas Neues entstehen. Wenn Sie sich für die Gegenwart öffnen, hat das Leben eine neue Chance.

Ihnen alles Gute und einen herzlichen Gruß

Georg Rupp

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Bedingte Liebe – Teil I Ein Briefwechsel über das Scheitern einer Beziehung

Drucken Verfasst am 01.05.2016

Vor kurzem erhielt ich von einer jungen Frau (Mitte zwanzig) einen Brief mit folgendem Inhalt:

Hallo Herr Dr. Rupp,

vielleicht können Sie mir einen Rat geben. Ich habe vor einem Monat ein echt tolles Mädchen kennen gelernt. Alles war perfekt, bis ich ihr erzählt habe, dass ich Tabletten nehmen muss – und dies vielleicht für mein ganzes Leben.

Seitdem hat sie keine Gefühle mehr für mich und kann nicht mehr mit mir zusammen sein. Auch wenn es nur ein Monat war, bin ich wirklich traurig. Die Sache ist gelaufen, und ich weiß nicht weiter. 

Daraufhin antwortete ich ihr:

Guten Tag Sandra (Name geändert),

das ist natürlich eine Situation, in der ich keinen einfachen, vielleicht aber doch einen heilsamen “Rat“ geben kann.

Wenn Sie schreiben: „Alles war perfekt...“, dann kann es natürlich nur heißen: „Alles schien perfekt...“

Ihre Trauer ist verständlich. Die sollten Sie auch zulassen. Trauer darf – aus psychologischer Sicht – eben nicht verleugnet werden. Ohne Konfrontation mit der Trauer, und ohne ihre Akzeptanz, entsteht keine Trauerverarbeitung. Das heißt natürlich nicht, dass Sie über Wochen und Monate in eine Resignation, eine Selbstbemitleidung oder Selbstbejammerung abgleiten werden. Es gibt Menschen, die über den Verlust einer liebgewonnenen Person – durch Trennung oder Tod – nie hinweg kommen (wollen) und in einer „komplizierten Trauer“ verharren. 

Das Hinschauen zur Trauer (Wo spüre ich sie körperlich? Nimmt sie mir den Atem? Fühlt sich mein Herz, mein Brustkorb schwer an? Fühle ich mich wie gelähmt? Usw.) macht die Sache, im wahrsten Sinne des Wortes, bald schon leichter. Aber auch das geht nicht von heute auf morgen.

Es lässt sich viel über echte Liebe und entlarvte Gefühle schreiben. Ein paar Gedanken hierzu: Das, was dieses „tolle Mädchen“ auszeichnet, ist keine bedingungslose Liebe, sondern bedingte Liebe. Also: „Ich liebe Dich, wenn Du gesund bist. Ich liebe Dich, solange Du nicht anstrengend für mich wirst. Ich liebe Dich, wenn Du keine Macken hast. Ich liebe Dich, wenn ich meine eigenen schwachen Seiten nicht in Dir gespiegelt sehe. Ich liebe Dich, solange Du der Fels in der Brandung bist. Ich liebe Dich, solange Du meinem Ideal entsprichst. Ich liebe Dich, solange Du auf dem Sockel stehen bleibst…

Aber wehe, Du stürzt vom Sockel, auf den ich Dich gestellt habe. Wehe, Du erfüllst meine Erwartungen nicht. Wehe, Du hast Schattenseiten, die mir Angst machen. Wehe, wenn ich durch Dich auf meine eigenen Schattenseiten gestoßen werde. Wehe, wenn mit Dir die „Wolke 7“ kein Dauerzustand ist. Wehe, wenn mein Narzissmus durch Dich nicht getragen wird. Wehe, wenn Du versagst oder scheiterst… 

Denn: Ich will kein Auf und Ab, keine Höhen und Tiefen, kein endliches Glück. Ich will gar nicht hinschauen, wenn es schwierig wird. Ich will Oberfläche und Spaß, aber keine Tiefe mit Dir. Ich habe Angst, in einen Strudel zu geraten, für den ich nicht gewappnet bin. Nicht geeignet bin. Ich habe nicht gelernt, mit Konflikten umzugehen. Ich bin zu schwach, zu klein, zu unselbstständig.

Ich fordere vom Leben, dass es einfach und überschaubar ist. Dass es mich verschont von Problemen, die mir Angst machen. Ich fordere von meiner Partnerin, dass sie mein Leben einfach und überschaubar macht. Und damit sicherer. Ich sehne mich nach Schutz und Geborgenheit. Beides finde ich nämlich nicht in mir. Ehrlich gesagt, finde ich mich selber nicht. Ich weiß nicht, wer ich bin. Ich habe gehofft, das in Dir zu finden. Und jetzt nimmst Du Tabletten, und das wahrscheinlich ein Leben lang. Damit kann ich nicht umgehen. Du könntest ein „Problemfall“ werden. Dann wäre ich total überfordert.

In guten und in schlechten Tagen? Nein, von den schlechten will ich nichts wissen. Dann ziehe ich mich lieber zurück. Sofort. – Meine Gefühle? Die kann ich schnell in die Tiefkühltruhe legen! Die kann ich mir vom Hals schaffen. Gott sei Dank. Sonst wäre ich ja meinen eigenen Gefühlen, meiner Enttäuschung, meiner Wut, meiner Resignation ausgeliefert. Nein, wie gesagt: Ich will es im Leben einfach haben. Das ist mir alles zu kompliziert. Ich ziehe mich dann mal zurück…“

Wird fortgesetzt…

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Sehnsucht nach Anerkennung

Drucken Verfasst am 01.04.2016

In einer Kolumne der Rheinischen Post vom 04.02.2016 schreibt die Journalistin und Theaterwissenschaftlerin Dr. Dorothee Krings:

„Triebfeder Anerkennung – oft ist es gar nicht der Leistungsdruck, der Menschen zur Selbstausbeutung treibt, sondern die Sehnsucht nach Anerkennung. Dabei kann man sich Selbstwertgefühl nicht verdienen.“

Ich veröffentliche diese Kolumne, weil sie mir aus dem Herzen spricht.

„Man muss nur mal mit Kindern Verstecken spielen. Man erlebt dann, dass es dabei natürlich nicht ums Verstecken geht, sondern ums Gefundenwerden. Schließlich verkriechen sich die meisten Kinder perfekt, quietschen vor Glück über Nischen, in die nur sie sich zwängen können, doch wenn der Sucher ergebnislos umherirrt, rufen sie schleunigst „Piep“, verraten all ihre Verbergungsbemühungen sofort, nehmen das Verlieren in Kauf, alles, um nur ja nicht übersehen zu werden. 

Der Mensch will beachtet werden, er braucht die Bestätigung von außen, denn scheinbar nährt sie das Selbstwertgefühl und hilft, die naturgegebene Einsamkeit des Individuums zu ertragen. Darum ist die Sehnsucht nach Anerkennung eine so starke Triebfeder: Heranwachsende strengen sich in der Schule an, um von Lehrern gesehen und von ihren Eltern gelobt zu werden. Sie werden der Pausenclown, um die Beachtung der Mitschüler zu bekommen, oder versuchen stiller, den einen guten Freund zu finden, mit dem sie alle Gruppendynamiken überstehen.

Erwachsene strampeln sich ab, um sich im Job hervorzutun, um bemerkt zu werden und Bestätigung zu finden. So hat all die Selbstausbeutung, die in modernen Unternehmen an der Tagesordnung ist, oft gar nicht so viel mit Leistungsdruck oder Prämien zu tun. Was die Menschen antreibt, ist die ungeheure Sehnsucht nach Beachtung. Das Streben nach den raren Momenten, da ein anderer einen wahrnimmt, wertschätzt, aus der Masse erhebt. 

Das sind Widerhaken in flüchtigen Zeiten, Daseinsbestätigungen, unscheinbare Augenblicke, in denen der Einzelne glaubt, seine kleine Existenz zu überschreiten. Darum ist Gesehen werden überlebenswichtig. 

Allerdings kann aus dieser Sehnsucht auch Sucht werden. Dann machen sich Menschen abhängig vom Urteil der anderen, gieren nach der Wertschätzung durch Kollegen, Freunde, egal wen und ordnen dem alles unter. Dann ist eine Existenz nur noch nach außen gerichtet – und das höhlt aus. Von Ehrgeiz zerfressen, sagt man.

In Zeiten, da vieles auf Wettbewerb ausgerichtet ist, ist es schwer, dem zu entkommen. Denn der Gedanke, dass jedes Leben an sich wertvoll ist, erscheint vielen nur mehr als weichlicher Quatsch. Doch Selbstwertgefühl lässt sich nicht verdienen, es speist sich aus einem tiefen Einverständnis mit dem eigenen Selbst. Und dazu gelangt man nicht, indem man Lob vom Chef anhäuft, sondern ein Leben führt, das in Beziehungen reifen kann.“ 

Soweit Dr. Dorothee Krings in ihrer Kolumne, erschienen in der Rheinischen Post am 04.02.2016.

Was bedeutet „Selbstwert“?

Selbstwert setzt eine positive Form der Selbstliebe, setzt Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl voraus. Vielleicht fragen Sie sich einmal: Lebe ich mein Leben achtsam und im Gleichgewicht? Auf eine Art, die für mich stimmig ist? Spiele ich meine eigene Lebensmelodie? Begleite ich mich selber liebevoll und freundschaftlich durch jeden Tag?

Ein Schlüssel zum guten Leben heißt: Selbstrespekt. Wann stellen Sie sich wieder mal eine Rose auf Ihren Schreibtisch und sagen sich: Ich bin es mir wert!?

In herzlicher Verbundenheit 

Georg Rupp

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Im Mangel bleiben – oder in die Fülle gehen?

Drucken Verfasst am 15.03.2016

Eine Patientin war in einer schwierigen Lebenssituation. Ihr Ehemann hatte sich von ihr getrennt und sitzt nun alles aus – auch die finanzielle Regelung –, so dass eine außergerichtliche Einigung vor dem Scheidungstermin unmöglich erscheint. Neben dem Schmerz der Trennung ist es das Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht, das an den Kräften zehrt. Wenn die andere Seite blockiert, ist ein Neuanfang nicht drin. – Wirklich nicht?

Verständlicherweise litt die Patientin unter dieser ungeklärten Situation: „Es muss doch ein Ende haben. Ich versuche alles, damit ich mein Leben wieder hinbekomme. Ich versuche, auf schmerzliche Weise loszulassen. Ich frage mich, wofür ich kämpfe, wenn alles kein Ende hat und ein Neuanfang nicht möglich ist.“

Ich schrieb ihr dazu: „Der Neuanfang kann nur von Ihnen ausgehen und nicht von äußeren Umständen. Die äußeren Umstände können wir – wie in Ihrem Fall – kaum oder gar nicht beeinflussen. Wenn Thomas (Name geändert) alles aussitzen will, ist das Ihnen gegenüber nicht fair, aber Sie können es nicht beeinflussen.

Was Sie aber beeinflussen können, ist eine eigene, klare innere Haltung, die eindeutig auf Aufbruch und Neuanfang steht. Die innere Haltung schafft einen Neuanfang, die Thomas nicht verhindern kann. Er kann rechtlich Verzögerungen herbeiführen, aber er kann einen gehenden, zielgerichteten Menschen nicht aufhalten. Ein Neuanfang ist jederzeit möglich, wenn Sie sich durch Tricks und Mätzchen nicht beeinflussen lassen.

Sobald Sie sich für Ihren eigenen Weg entschieden haben, für das, was Ihre innere Stimme Ihnen sagt, bekommt Ihr Leben wieder eine Fließgeschwindigkeit. Wenn Sie sich umdrehen und sich auf das Verhalten von Thomas fixieren, stagnieren Sie – und blockieren damit Ihr Leben. Wer sein Leben nach vorne spielt, kann von niemandem mehr aufgehalten werden.“

Der Neuanfang ist eine Angelegenheit des Herzens. Jeder Mensch hat einen freien Willen mit auf seinen Lebensweg bekommen. Jeder Mensch kann entscheiden, ob er bereit und willens ist, das Kaninchen vor der Schlange zu sein oder bereit und willens ist, der Schlange den Rücken zu kehren. Ich kann mich vom Problem hypnotisieren lassen – oder mich vom Problem lösen. Diese Wahl kann ich treffen.

Der größte Feind auf dem Weg in die innere Freiheit ist ein ’Ja, aber…’. Die ’Ja, aber’-Menschen wollen bei ihrer Meinung bleiben. Sie wollen die Anstrengung einer Veränderung, ihrer Veränderung, nicht aufbringen. Lieber bleiben sie bei ihrer Meinung, bellen den Mond an oder sitzen jammernd in der Stagnations-Ecke.

Es ist schwer und einfach zugleich: Schwer durch die Gewohnheit, die uns lähmt – und leicht durch neues Denken und Fühlen im Hier und Jetzt.

„Mach aus ‘Ja, aber…‘ ein ’Aber ja!‘ – und richte dich auf!“ – Das möchte ich meinen Patienten mit auf den Weg geben.

Ein neuer Weg entsteht beim Gehen. Im Herzen. Und im Geist. 

Ja, ein Neuanfang.
Ja, ich bin auf meinem Weg.
Ja, ich gehe in mein neues Leben.
Ja, mein Leben ist kostbar.
Ja, ich bin es mir wert.
Ja, die Türen stehen offen.
Ja, ich will, ich kann und ich werde.
Ja, ich bin frei und bereit.
Ja, ich vertraue mir und dem Leben.
Ja, das Licht begleitet mich überall hin.
Ja, ich bin gesegnet.
Ja, das Leben liebt mich.
Ja, ich bin ich – und ich bin wertvoll.
Ja, meine Zukunft – ich bin offen und bereit! 

Innere Kraft und Zuversicht sind der Schlüssel. Jede Krise ist eine Chance.

Was sich so banal anhört, ist einfach wahr: Alles dient der Reifung und dem Wachstum unserer Persönlichkeit. Auch wenn es noch nicht so aussieht – es geht voran. Aus dem Mangel in die Fülle. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Freude ist doch eigentlich so selbstverständlich, dass man nicht viele Worte darüber verlieren muss… Teil 3

Drucken Verfasst am 01.03.2016

Was ist das Wesentliche, die Essenz der Freude?

In der Essenz ist die Freude der Weg unterhalb des Gipfels.
Der fast gelungene Überblick über das Leben.
Die Freude ist die Ahnung des Kommenden.
Freude ahnt, dass das Licht in Sicht kommt.
Freude heißt deshalb auch: Vorfreude. 

Da fallen mir gerade die Seefahrer, die großen Entdecker ein, für die der Ruf „Land in Sicht!“ sicherlich mit großer Freude verbunden war. Und wohl auch mit größerer Freude als die reine Vorfreude.

Vermutlich war es eine intensive, aber kurze Freude.

Dann jedoch beginnt schon bald wieder die Neugierde, der Gedanke:
Was ist das für ein Land? Was findest Du dort?

Dann bist Du nicht mehr in der reinen Freude, sondern in der Erwartung.
Dann wird es in Dir hektisch.
Dann geht die Betriebstemperatur nach oben.
Dann steigt das Fieberthermometer an.

Die echte, auch die stille, aber wahre Freude,
die überdauernde Freude, ist die Freude des Übergangs.
Das Hier und das Jetzt.

Die Freude, die den Augenblick genießt.
Die Freude, die sich Zeit lässt.
Die Freude, die sich Raum gewährt.

Die wahre und tiefe Freude wächst nur
in der Loslösung von Deinen Erwartungen,
im Freiraum Deiner Seele.

In herzlicher Verbundenheit 

Georg Rupp

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Freude ist doch eigentlich so selbstverständlich, dass man nicht viele Worte darüber verlieren muss… Teil 2

Drucken Verfasst am 15.02.2016

Was bedeutet eigentlich „wahre, tiefe, innere Freude“? 

Ist sie wie der Frieden eines in sich ruhenden, stillen Bergsees?
Ist sie ein Gefühl ohne Denken, ohne Reflektieren?
Ein Dasein im Augenblick?

Freude schöpfen wir aus dem Hier und Jetzt.
Freude hat etwas Unberührtes, Einzigartiges.
Etwas Vollkommenes – und Unvollkommenes.

Freude ist das Lächeln der Verliebten.
Freude in diesem Sinne ist beseelt.

Du kannst Dich aber auch über die Pole Position
bei der Formel 1-Weltmeisterschaft freuen.
Über eine große Leistung.
Über einen Sieg.
Freude ist auch der legitime Ausdruck des Siegers.

Ein Varieté kann erfreuen.
Ein Fußballspiel.
Ein geselliger Abend.

Aber tiefe Freude meint mehr.
Tiefe Freude ist nicht vergänglich wie eine Momentaufnahme.
Tiefe Freude ist eine Grundhaltung. Ein Lebenskonzept.
Das Einverständnis mit dem Auf und Ab des Lebens.
Mit den Wellenbergen und den Wellentälern.

Den freudvollen Menschen ist das Leiden nicht fremd.
Ja, seine Freude basiert gerade auf dem Durchschreiten der Lebenstäler.
Er fühlt sich gestärkt durch Aufgaben und Herausforderungen.

Mir kommt der Gedanke: Auch die rote Pappnase kann Freude machen!
Das kann sie in der Tat – und nicht nur im Karneval.

Wir können lachen über den Clown, der unsere Unbeholfenheit widerspiegelt.
Über seine Fähigkeit, mit einem Lächeln das Scheitern zu überwinden.
Immer wieder neu zu beginnen, neu anzufangen.
Immer wieder aufzustehen und sich – und den anderen – zu zeigen: Es geht doch!

Er sagt Dir: Steh auf, wenn Du hingefallen bist.
Er lebt Dir vor, dass das Lachen immer wieder neu geboren wird.

Was aber ist das Wesentliche, die Essenz der Freude?

Dazu mehr im nächsten „Futter für die Seele“-Artikel. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Freude ist doch eigentlich so selbstverständlich, dass man nicht viele Worte darüber verlieren muss… Teil 1

Drucken Verfasst am 01.02.2016

Ist das so?

Wenn ich Leute beobachte – und das tue ich recht gerne –, fallen mir natürlich auch sehr menschliche Züge auf. Ich weiß nicht, warum manche beispielsweise stundenlang auf einem Kaugummi herumkauen, der schon lange seinen Geschmack verloren hat.
Beruhigt das? Trainiert das die Zähne? Ist es die Assoziation an den Wilden Westen und den „poor lonesome cowboy, far away from home“?

Kürzlich sah ich jemanden, der so heftig auf seinem Kaugummi herumbiss, als wollte er einen gordischen Knoten durchtrennen. „Heftig“ ist eigentlich noch untertrieben – er wirkte obendrein sehr hektisch.

Also wirklich, so entsteht keine Freude. 

Mir kam der Gedanke:
Hektik ist der Tod der Freude und des Glücks. 

Ist Freude eigentlich gleichbedeutend mit „Glück“?

Nein, sicherlich nicht in jedem Fall. Freude kann Glück bedeuten. Aber die kleine Freude ist auch erfahrbar und bedeutsam, wenn sie nicht zu großen Glücksgefühlen reicht.

Bescheidenheit ist eine Tugend der Freude.
Sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen.
Die Sinne zu nutzen.
Sich über die Sinne zu erfahren, ist Freude.

Freude ist das Lächeln des Augenblicks.
Das stille Einverständnis in die Ordnung des Lebens.

Du kannst Dich freuen über tausend Dinge –
wenn Du offen bist und achtsam dem Leben gegenüber.

Freude ist Musik.
Musik macht Freude. 

Ein Kinderlachen erfreut.
Ein guter Geruch.
Eine Idee, die unverhofft aufleuchtet.

Ein „Dankeschön“ macht Freude.
Seine Arbeit gewürdigt zu sehen, macht Freude.
Sich verstanden zu fühlen.
Angenommen zu werden, so, wie man ist.
Unverstellt zu leben, echt zu sein – das macht Freude.

Es bleibt die Frage:

Was bedeutet eigentlich „wahre, tiefe, innere Freude“? 

Dazu mehr im nächsten „Futter für die Seele“-Artikel. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

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Visionssuche der Indianer

Drucken Verfasst am 01.01.2016

Beginne mit dem Aufbrechen des jungen Tages.
Mit der Morgendämmerung.
Beobachte das Aufsteigen der Sonne –
und den Verlauf der Sonne am Himmel...
bis zum Sonnenuntergang am Abend...
und dem Werden der Nacht.

Wenn Du in eine Richtung schaust,
in eine Richtung meditierst,
zieht der Tag, die Sonne, das Licht
an Dir vorüber. 

Du siehst und spürst den Verlauf, den Zyklus...
bis der Tag sich rundet, der Kreislauf
von Neuem beginnt.

Lass den Tag an Dir vorüberziehen.
Lass das Licht an Dir vorüberziehen.
Jede Minute, jede Stunde, jeder Abschnitt des Tages
verändert Deinen Blick –
spielt mit der Intensität der Farben und Formen.
Mal ist das Licht klar, mal verschwommen,
mal überlegen, mal reduziert.

Wenn Du sitzt und schaust und offen bist,
nimmst Du Anteil am Weg des Lichts...
durch Deinen Tag,
durch Dein Leben,
durch Raum und Zeit. 

In Deinem Bewusstsein verändert sich die Qualität des Lichts
von Augenblick zu Augenblick –
in der Qualität Deiner Seelenerfahrung
bleibt sie klar und konstant für alle Zeit. 

Wenn Du den Tag wachsam
und voller Aufmerksamkeit gestaltest,
bleibt das Licht Deine Quelle und Kraft. 

Wenn Du lange sitzt und schaust –
zieht das Licht des Tages an Dir vorüber. 

Wenn Du lange sitzt und schaust –
zieht das Dunkel der Nacht an Dir vorüber. 

Darum liebe das Licht und die Dunkelheit.
Beides lässt Dich vollkommen werden. 

In herzlicher Verbundenheit

Georg Rupp

Aus: „Das Sternum-Projekt: Die 7 Schlüssel für ein reiches Leben“ – Dr. phil. Georg Rupp (Macht Sinn GbR, 1. Auflage 2004, ISBN 978-3938270028, Preis 29,80 €)

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